www.parow-info.de 

MAW-Hubschrauber MIL Mi-14BT

NATO-Code: HAZE-B

Werk.Nr. Z4015; NVA: 955, Bw: 95+15

Zur Verbesserung der Minenabwehr wurde die Hubschrauber MI-14BT in der Volksmarine eingeführt.
Dazu ist eine Zusammenarbeit mit Minenabwehrschiffen (MAW-Schiff) Projekt 89.2 UR [weitere Info]  notwendig. Die Hauptaufgabe sollte vorerst das Räumen von Zwangswegen sein.

Zum Minenräumen war ein Flugleiter des MHG-18 an Bord eines MAW-Schiffes um den Einsatz mit zu koordinieren.
Das Minenräumgerät wurde auf See direkt vom MAW-Schiff übernommen. Das fliegen mit der 1,5t Last war sehr schwierig, der Hubschrauber war wie "gefesselt". Besonders Kurven erforderten ein besonderes Geschick der Piloten. Bei jedem Wendemanöver musste deshalb eine Kreisbahn gezogen werden. Der Trossenzug betrug maximal 3,2t. Bei einer Zuglast von 3,5t wurde automatisch das Räumgerät vom Hubschrauber gelöst. Nach dem Räumeinsatz wurde die Räumgeräte wieder an das MAW-Schiff übergeben.

Besatzung: 2 Piloten + Operateur + Mechaniker
Länge ü.a. 25,32 m
Höhe:  6,94 m
Startmasse: 13 000 Kg
Geschwindigkeit max: 230 km/h
praktische Gipfelhöhe: 4000 m
Reichweite: 800 Km
Triebwerk Typ: Isotow TW-3-117M 
Startleistung: 2x 1636 KW
Bordkran: Hubkraft 300kg
Bewaffnung: Keine
Minenräumgerät auf dem MAW-Schiff Tiefwasserkontakträumgerät GKT-3W,
Holstab SEMT-1,
akustisches Fernräumgerät AT-2W

Weiter waren folgende Minenräumgeräte zur Einführung vorgesehen:
Gefechtssprengschnurgerät 600 und Räumboje UTB
Das Gefechtssprengschnurgerät 600 war zum Räumen von Gassen in Minenfeldern gedacht. Dazu sollte eine 600m lange Sprengschnur mit Funkboje im Minenfeld abgelegt und per Funk gezündet werden. 

Die Hubschrauber wurden 1990 zum SAR-Einsatz umgerüstet, auch als Mi-14PS (HAZE-C) bezeichnet. Anstatt des Operateur wurde nun ein Seenotrettungshelfer an Bord genommen. Die Ausrüstung war wie folgt:
- 2x2 Krankentragen, Vakuummatratze, Wärmesack, Rettungsflöße und eine Rettungswinde mit Schlinge (40m Kabellänge, 150 Kp Belastung). Es konnten bis zu 15 Geschädigte an Bord genommen werden.
Ab 01. April 1990 wurde der SAR-Dienst mit Mi-8TB und zwei Mi-14BT sichergestellt. Die SAR-Stützpunkte waren: SAR-80 Warnemünde, SAR-81 Parow und SAR-82 Peenemünde. 

tak. Nr.

Bw Nr.

Werk Nr.

in Dienst

von Parow

Verbleib
646 95+09 Z4010 Dez. 1985 31.12.1991 04/1990 Umrüstung zum SAR-Einsatz, Verkauf 07/93 an Firma Aerotec Rothenburg - Umbau zu Feuerlöschhubschrauber S9-TAJ "Pato I"
647 95+10 Z4011 Dez. 1985 31.12.1991 Verkauf 07/93 an Firma Aerotec Rothenburg - Umbau zu Feuerlöschhubschrauber S9-TAF "Pato II"
648 95+11 Z4012 Dez. 1985 31.12.1991 06/1990 Umrüstung zum SAR-Einsatz, Verkauf 07/93 Firma Aerotec Rothenburg - Umbau zu Feuerlöschhubschrauber S9-TAG "Pato III"
653 95+12 Z4013 05.02.1986 31.12.1991 04/1990 Umrüstung zum SAR-Einsatz, Verkauf 07/93 an  Firma Aerotec Rothenburg - Umbau zu Feuerlöschhubschrauber S9-TAI
654 95+14 Z4014 05.02.1986 31.12.1991 06/1990 Umrüstung zum SAR-Einsatz, Verkauf 07/93 an Firma Aerotec Rothenburg
655 95+15 Z4015 05.02.1986 31.12.1991 06/1990 Umrüstung zum SAR-Einsatz, Verkauf 07/93 an Firma Aerotec Rothenburg

Quelle: Wolfgang Worm

   

  

© 2008 Peter Kieschnick