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Die „Stralsunder Zeitung“ berichtete:

im Bezug zum Bombenangriff am 06. Oktober 1944

31.07.1944
„Standfestigkeit überprüfen! Die Abstützung der Luftschutzräume“

01.08.1944
„Verhalten bei Tiefangriffen auf Eisenbahnzüge“

04.08.1944
„Fliegeralarm während der Filmvorführung“

08.08.1944
„Wie schützt man sich gegen Bordwaffenbeschuß?“

30.08.1944
„Wichtig für alle Bombengeschädigten! Das Reich leistet für die entstandenen Schäden vollen Ersatz.“

31.08.1944
„Die Bekämpfung der Flammenstrahlbombe“

08.09.1944
„Plünderer werden sofort mit dem Tode bestraft!“

03.10.1944
„Unsere Frauen haben tapfer ihre Pflicht getan - Jeder Rücktransport wird vom Kreisleiter begrüßt“
Rückkehr vom Osteinsatz

04.10.1944
„Mahnung an allen Eltern - Bei Luftwarnung Kinder von der Straße Das Ertönen der "Oeffenlichen Luftwarnung" kündigt das Nahen einzelner Feindflugzeuge an. Der Verkehr geht daher weiter, die Arbeit wird nicht unterbrochen. Aber luftschutzmäßiges Verhalten ist anzuraten.“

  

07./08.10.1944
Kein Bericht über den Bombenangriff!!!
„Die neuen Lebensmittel-Rationen“ für die 68. Zuteilungsperiode vom 16.10. bis 12.11.1944, Kürzung der Brotration, Kürzung der Ersatz-Kaffe-Zuteilung um 100 auf 150 Gramm

09.10.1944 auf der letzte Seite
„Die Stunde der Bewährung für die Stralsunder Bevölkerung“

10.10.1944
„Morgen Probetrieb der Sirenen
 Am Mittwoch 11. Oktober wird um 17 Uhr ein Probebetrieb mit den teilweise wieder in Gang gesetzten Luftschutzsirenen des Luftschutzortes Stralsund durchgeführt. Bei diesem Probebetrieb wird das Signal "Entwarnung" - gleichmäßiger Dauerton von zirka 1 Minute - ausgelöst. Heulender und auf- und abschwellender Ton bedeutet auch bei Probebetrieb stets Fliegeralarm und zwingt zum Aufsuchen der Schutzräume.“

„Die Beisetzung der Gefallenen
Wie wir schon mitteilten, findet die Beisetzung der Opfer des Bombenterrors am Donnerstag, 12. Oktober, um 16 Uhr, auf dem Ehrenfriedhof an der Prohner Chaussee statt. Die gesamte Bevölkerung Stralsunds ist dazu eingeladen. Alle Dienststellen der Partei, der Wehrmacht, und alle Geschäfte und Betriebe, die nicht lebenswichtig sind, schließen von 15 bis 17 Uhr, um ihre Gefolgschaftsmitglieder die Möglichkeit zu geben an der feierlichen Bestattung teilzunehmen.“

Erste Todesanzeige: ein Mädchen 11 Jahre

11.10.1944
„Verpflegung nur gegen Essenkarten
Dankbar wurde es von allen Seiten begrüßt, daß die NSV sofort nach dem Angriff Verpflegungsstellen einrichtete, in denen in großzügiger Weise kaltes und warmes Essen ausgegeben wurde.
Ein jeder wird einsehen, daß diese Form der Verpflegung nur von begrenzter Dauer sein kann. Mit dem heutigen Mittwoch wird darum die kalte Verpflegung eingestellt. Warme Verpflegung gibt es vorläufig weiterhin mittags, aber nur gegen Abgabe einer Essenkarte, die für den Tag ausgestellt ist und gegen die notwendige Anzahl Lebensmittelmarken erworben werden kann. Kaffee wird weiter mittags und abends ausgegeben.“

12.10.1944
„Einsatz aller männlichen Volksgenossen zur Beseitigung der Schäden in unsere Stadt. Gemeinschaftsleistung und Ehrenpflicht für alle arbeitsfähigen männlichen Volksgenossen von 16. bis 65. Lebensjahr am Sonntag den 15.10.1944 von 8 bis 13:30 Uhr.“

13.10.1944
„Zweite Trauerfeier am Montag. Für die Opfer des Bombenterrors wird am kommenden Montag, dem 16.Oktober eine zweite feierliche Trauerfeier um 16 Uhr auf dem Ehrenfriedhof durchgeführt.“

14./15.10.1944
„Verpflegungsstellen verlegt.
Ab sofort ist die Verpflegungsstelle Mühlenstraße nach Kaffee Mehlert verlegt worden und die Verpflegungsstelle Mittelschule, Frankenwall in die Speisewirtschaft Brüggmann, Neuer Markt 11 (Lange Straße).“

16.10.1944
„Beschaffung von Sterbeurkunden, Feststellung von unbekannten Toten "
Jeder der glaubt einen Toten zu haben, der bisher nicht festgestellt worden ist, wird gebeten, sich ab Mittwoch, 18.Oktober, bei der Kriminalpolizei zu melden. Dort sind Stoffproben ausgestellt, mit deren Hilfe vielleicht der Tote festgestellt werden kann.“

17.10.1944
„Bei einem feindlichen Luftangriff gefallen.
In den Sterbebucheintragungen auf den Standesämtern wird der Heldentod von Soldaten, die an der Front gefallen sind, als solcher ausdrücklich charakterisiert. In Ergänzung dieser Regelung ist nun angeordnet worden, daß auch der Tod von Personen, der bei einer feindlichen Kriegshandlung gegen Zivilbevölkerung eingetreten ist, entsprechend im Sterbebuch bezeichnet wird. Statt "verstorben" wird in diesen Fällen dann neben der Bezeichnung der Örtlichkeit des Todes z.B. einzutragen sein: "bei einem feindlichem Luftangriff gefallen.“

18.10.1944
„Triebsees. Letzte Ehrung gefallener Volksgenossen. Unter den Todesopfern, die der Terrorangriff in Stralsund forderte, waren auch drei Volksgenossen unserer Stadt.“

19.10.1944
„Plünderer zum Tode verurteilt, Nach dem Angriff Zigaretten gestohlen
Vor dem Sondergericht Stettin, das am 13.Oktober in Stralsund tagte, hatte sich der italienische Staatsangehörige Antonio di Piazza zu verantworten. Nach dem Terrorangriff auf Stralsund war auch der Angeklagte mit mehreren anderen Arbeitskräften zu Bergungsarbeiten herangezogen worden. Von geborgenen Zigaretten schaffte der Angeklagte 1680 Stück beiseite; ebenso eine Büchse Aprikosen. Er wurde wegen Plünderung gemäß §1 der Volksschädlingsverordnung mit dem Tode bestraft. Die Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt.“

20.10.1944
„Einsatz aller Stralsunder Männer und Frauen
Ein Aufruf zur Beseitigung der Schäden in unsere Stadt Gemeinschaftsleistung und Ehrenpflicht aller arbeitsfähigen Volksgenossen, männliche von 16. bis 65. Lebensjahr; und weibliche von 16. bis 50 Jahre am Sonntag den 22.10.1944 von 7:30 bis 13:30 Uhr“

„Schaulustige nicht erwünscht.
In den letzten Tagen konnte beobachtet werden, daß viele Spaziergänger sich in den Schadensgebieten aufhielten. Selbst am letzten Sonntag, als die Arbeit der Stralsunder Männer in vollem Gange war, schlenderten Spaziergänger umher“

21./22.10.1944
„Stralsund Fensterverglasung.
Ab sofort wird angeordnet, daß das Verglasen der Fenster durch die Blockleiter der Partei kontrolliert wird. Die Blockleiter versehen den Fensterflügel neben der Scheibe, die verglast wird, mit einem Stempel. Die Glaser nehmen nur noch solche Fensterflügel zur Verglasung an, die diesen Stempel tragen.“

28/29.10.1944
„Nochmals: Einsatz aller Stralsunder Männer
Ein Aufruf zur Beseitigung der Schäden in unsere Stadt Gemeinschaftsleistung und Ehrenpflicht aller arbeitsfähigen männlichen Volksgenossen von 16. bis 65. Lebensjahr am Sonntag den 29.10.1944 von 7:30 bis 13:30 Uhr“

31.10.1944
„Stralsund. Sonderzuteilung.
Aus Anlaß des Luftangriffs am 6.10.44 sind der Stralsunder Bevölkerung folgende Sonderzuteilungen bewilligt: 50g Röstkaffee und 1/2 Flasche Trinkbranntwein für alle über 18 Jahre alte Volksgenossen sowie eine Dose Kondensmilch (170g) je Kopf für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren.“

07.11.1944
„Plünderer hingerichtet.
Wie die Staatspolizeileitstelle Stettin mitteilte, ist der polnische Landarbeiter Czeslaw Jablonski hingerichtet worden, weil es nach einem Terrorangriff auf Stralsund aus bombengeschädigten Häusern geplündert hat.“

08.11.1944 
„Kein Opfer für unser Vaterland ist zu groß
Dritte Beisetzungsfeier für Stralsunder Opfer des Bombenterrors auf dem Ehrenfriedhof fand am 07.11.1944 Nachmittag statt.“

17.11.1944 
„Polizeiliche Anordnung!
Am 19.Nov. 15 Uhr findet in Stralsund auf dem Jahn-Platz eine praktische Vorführung der britischen Flammenstrahlbomben und ihrer Bekämpfung vor der Oeffentlichkeit statt.“

08.12.1944 
„Sachen eines Ausgebombten gestohlen
Ein gemeiner Diebstahl wurde an einem Stralsunder Bombengeschädigten verübt, der seine geretteten Sachen in einer Laube am Nachtkoppelring untergebracht hatte.“

© 2014 Peter Kieschnick