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Emblem für Schirmmützen Mützenband Kokarde für Tellermütze

Dienstgrade - Dienstlaufbahnen - Besondere Kennzeichnungen
01.07.1952 - 29.02.1956

Mit Befehl 1/52 des Ministers des Innern wurde die Seepolizei mit Wirkung vom 01.07.1952 in Volkspolizei-See (VP-See) umbenannt. Der Chef der VP-See blieb dem Minister des Inneren unmittelbar unterstellt. Dadurch war die VP-See kein Teil der Kasernierten Volkspolizei (KVP).
Das Mützenband wurde gewechselt. Der 12-zackige Polizeistern wich der schwarz-rot-goldenen Kokarde. Die Polizeidienstgrade blieben vorerst erhalten, es wurde nur der Vorsatz verändert, z.B. Seepolizei-Wachtmeister in VP-Wachtmeister.
Allerdings dauerte es noch eine relativ lange Zeit, bis auch die äußerliche Umbenennung, also Mützenbänder und Kokarden, vollzogen werden konnte.

Laut Befehl Nr. 9/1952 des Ministers des Innern vom 27.08.1952 wurden ab dem 01.10.1952 militärische Dienstgrade für die KVP eingeführt.
Der Befehl 286/52 des Chefs der VP-See vom 09.09.1952 leitete die Umattestierung von Polizei-Dienstgraden auf militärische Dienstgrade ein.

Es wurden drei Grundlaufbahnen eingeführt: Flottendienst (Dunkelbaue Paspelierung bzw. Tuchunterlage), Verwaltungsdienst (Silbergrau) und Küstendienst (Weinrot). Für Küstendienst und Verwaltungsdienst wurden Land-Dienstgrade verwendet. Im Flottendienst wurde zusätzlich der Dienstgrad Obermaat eingeführt. Für Offiziersschüler galt grundsätzlich die Farbe der Grundlaufbahn Flottendienst.
In der Dienstanweisung 3/53 des Leiters der VP-See vom 27. Januar 1953 war festgelegt, dass die Admirals- / Generalsdienstgrade ebenfalls auf die Grundlaufbahnen zu beziehen haben, z.B. trug der Chef Verwaltung für Versorgung nicht den Dienstgrad Konteradmiral, sondern Generalmajor.
Lehroffiziere bzw. Fachdienste in Stäben trugen die Dienstgrade mit den Grundlaufbahnen ihrer Ausbildung bzw. ihres Fachgebietes. An Bord wurden auch die Dienstgrade mit der Grundlaufbahn des Verwaltungsdienstes verwendet, z.B.: hatte ein Schreiber mit Dienstgrad Gefreiter oder der Verwaltungsfeldwebel mit Dienstgrad Feldwebel.

In einem Schreiben vom 26.09.1952 wurde festgelegt, wie die VP-Dienstgrade in militärische umgewandelt werden sollten, z.B.:
VP-Wachtmeister in Obermatrose / Gefreiter oder VP-Rat in Kapitänleutnant / Hauptmann.
Eine Besonderheit waren die VP-Meister. Diese Dienstgrade sollten in Obermeister / Oberfeldwebel umgewandelt werden. Tatsächlich aber wurden viele zu Unterleutnanten ernannt.

Auf Beschluss des Ministerates vom 27.07.1953 wurde die VP-See mit allen ihren Dienststellen und Einheiten (Flottenbasis, Küstenabschnitt, Schulen)  zum 07.08.1953 in die KVP eingegliedert.
Entsprechend durch den Beschluss des Ministerrates vom 18.01.1956 wurde die Nationale Volksarmee (NVA) aufgebaut. Der 01.03.1956 ist der Gründungstag der NVA.
Durch den Minister für Nationale Verteidigung wurden die Befehle Nr. 1/56 und 4/56 für den Aufbau der Seestreitkräfte als Teilstreitkraft der NVA erlassen. Die Bildung der Seestreitkräfte sollte bis zum 01.07.1956 vollzogen sein.

Dienstgradabzeichen ab 01.10.1952

  Schulterklappen / Schulterstücke Armtressen / Ärmelabzeichen 
Mannschaften    
Matrose / Soldat
hier Matrose im Flottendienst
keine
     
Obermatrose / Gefreiter
hier Gefreiter im Verwaltungsdienst

7 mm breit, 60 mm lang
     
Unteroffiziere    
Maat / Unteroffizier
hier Unteroffizier im Küstendienst
     
Obermaat
(Dienstgrad gab es nur im Flottendienst)
     
Meister / Feldwebel
hier Feldwebel im Küstendienst
keine
     
Obermeister / Oberfeldwebel
hier Obermeister im Flottendienst
keine
     
Offiziersschüler    
Offiziersschüler 1.Lehrjahr 1952 bis 1954
(A = Metallauflage)

hier: Funk- / Nachrichten Laufbahn
  ab 1954
(A = aufgestickt)
     
Offiziersschüler 2.Lehrjahr 1952 bis 1954
(A = Metallauflage)
ab 1954 vorhandene Bestände
vom 1.Lehrjahr weitergetragen

hier: Maschineningenieur Laufbahn
  ab 1954
(A = aufgestickt)
     
Offiziersschüler 3.Lehrjahr 1952 bis 1954
(A = Metallauflage)
ab 1954 vorhandene Bestände
vom 2.Lehrjahr weitergetragen

hier: Seemännische Laufbahn
  ab 1954
(A = aufgestickt)
     
Offiziere    
Unterleutnant zur See / Unterleutnant
hier Unterleutnant im Küstendienst
 
14 mm breit, 100 mm lang
     
Leutnant zur See / Leutnant
hier Leutnant im Verwaltungsdienst

oberer 7 mm breit, darunter 14 mm
     
Oberleutnant zur See / Oberleutnant
hier Oberleutnant zur See im Flottendienst

2x 14 mm breit
     
Kapitänleutnant / Hauptmann
hier Kapitänleutnant im Flottendienst

oberer 7 mm breit, darunter 2x 14 mm
     
Korvettenkapitän / Major
hier Major im Küstendienst

3x 14 mm breit
     
Fregattenkapitän / Oberstleutnant
hier Oberstleutnant im Verwaltungsdienst

4x 14 mm breit
     
Kapitän zur See / Oberst
hier Kapitän zur See im Flottendienst

50 mm breit
     
Admirale / Generale  
Konteradmiral / Generalmajor
50 mm, darüber 14 mm breit
     
Vizeadmiral / Generalleutnant
50 mm, darüber 2x 14 mm breit 
     
Admiral / Generaloberst
50 mm, darüber 3x 14 mm breit
     
Flottenadmiral / Armeegeneral
50 mm, darüber 4x 14 mm breit
  Der höchste Rang, der in der VP-See erreichte wurde, war der Vizeadmiral.

An Bordpäckchen blau und weiß wurden keine Effekten getragen. Die Dienstgrade wurden durch farbige Blusenschnüre gekennzeichnet.

1 Matrose dunkelblau
2 Obermatrose hellblau
3 Maat orange
4 Obermaat dunkelbraun
5 Offz.-Schüler gold

Dienstlaufbahnabzeichen 

Die Dienstlaufbahnabzeichen waren den Grundlaufbahnen Flotten-, Verwaltungs- und Küstendienst zugeordnet.

Matrose bis Obermeister / Soldat bis Oberfeldwebel
Die Laufbahnabzeichen waren in gelber Stickerei auf dunkelblauer Unterlage bzw. blauer Stickerei auf weißer Unterlage ausgeführt und hatten einen Durchmesser von 50 mm. Getragen wurden sie auf dem linken Oberärmel der Kieler Hemden bzw. der Uniformjacken sowie am Kulani bzw. Wintermantel.

Offiziersdienstgrade
Offiziere trugen die Laufbahnabzeichen auf beiden Unterärmel über dem Dienstgrad. Die Grundlaufbahnabzeichen waren in goldfarbener Stickerei auf dunkelblauer Unterlage ausgeführt mit einem Durchmesser von 40 mm.
Die Offiziere führten ergänzend zu ihrem Dienstgrad die Laufbahnbezeichnung, z.B.: Oberleutnant zur See (Ing.), Major (Med.), Leutnant (Waff.)

Admirale und Generale
Sie trugen die Laufbahnabzeichen entsprechend ihrem Kommandobereich. Generalsdienstgrade in den Grundlaufbahnen Verwaltung und Küstendienst wurden in der VP-See nicht erreicht. Admirale trugen den fünfzackigen Stern der Seemännischen Laufbahn auf beiden Unterärmeln über den Dienstgrad.

 

Flottendienst     Verwaltungsdienst     Küstendienst 
Seemännische Laufbahn  Administrative Laufbahn  Küstendienst-Laufbahn
Maschinenlaufbahn 
bei Offizieren
Maschineningenieur Laufbahn
Intendantur Laufbahn  Küstenartillerie Laufbahn
Funk / Nachrichten Laufbahn  Technische Laufbahn
bei Offizieren
Ingenieur-Laufbahn
Waffentechnische Laufbahn Zahnkranz 
    Schreiber Laufbahn
nicht für Offiziersdienstgrade
Funk / Nachrichten Laufbahn
    Medizinische Laufbahn Pionierlaufbahn
    Justitzlaufbahn Anker mit Waage Kraftfahrerlaufbahn
bei Offizieren
Kraftfahrzeugtechnische Laufbahn
        Musiklaufbahn

Sonderlaufbahnabzeichen (Befehl Nr. 3/53 vom 27.01.1953 des Leiters der VP-See)

Sonderlaufbahnabzeichen wurden nach der Absolvierung einer Spezialausbildung verliehen. Getragen wurden sie durch Soldaten und Unteroffiziersdienstgrade (Matrose bis Obermeister bzw. Soldat bis Oberfeldwebel).
Sie bestanden aus roter Stickerei auf dunkelblauer bzw. weißer Tuchunterlage mit einem Durchmesser von 55 mm. Ende 1954 wurden auch für weiße Uniformstücke kurzzeitig Sonderlaufbahnabzeichen mit einer blauen Stickerei verwendet.
Die Sonderlaufbahnabzeichen wurden auf dem linken Oberärmel der Kieler Hemden bzw. der Uniformjacken sowie am Kulani bzw. Wintermantel unter dem Grundlaufbahnabzeichen getragen, bei den Dienstgraden Obermatrose / Gefreiter bis Obermaat unter den Dienstgradtressen. Maximal durften zwei Sonderlaufbahnabzeichen getragen werden.
Den Unteroffizieren war es gestattet, die Sonderlaufbahn zum Dienstgrad mit anzugeben, z.B. Maat (Sperr.), Obermmat (Sign.), Meister (Masch.), Obermeister (Ari.).

Steuermann    Horcher-Luft Pfeil mit der Spitze nach oben     Sperrvormann
Zimmermann Scheinwerferbedienung Pfeil mit der Spitze nach oben, darunter ein Bogenstück  Sperrmechaniker
blau nur 1954 bis ?
Signäler Taucher Bordartillerie
Funker Motorentechniker
blau nur 1954 bis ?
Geschützführer Bordartillerie
Fernschreiber Elektrotechniker
blau nur 1954 bis ?
Geschützführer Küstenartillerie
Funkmeß Torpedo-Vormann Artillerie-Mechaniker
Hydroakustiker Torpedo-Mechaniker
blau nur 1954 bis ?
   

Besondere Kennzeichnung:

Kennzeichnung des Dienstalters
Die Kennzeichnung wurde von Soldaten- und Unteroffiziersdienstgraden bei Erfüllung der Voraussetzungen getragen. Diese Dienstalter-Winkel wurden auf dem Unterärmel der Kieler Hemden bzw. der Uniformjacke sowie dem Kulani bzw. Wintermantel getragen.
Diese Winkel waren bei den Seestreitkräften bzw. der Volksmarine bis 1965 weiterhin gültig. 
Die Mindestlänge der Dienstzeitverpflichtung betrug: für Mannschaften 3 Jahre, für Maate und Meister 5 Jahre, für Obermeister 8 Jahre.

mehr als 3-jährige Dienstzeit    mehr als 5-jährige Dienstzeit
Auch diese Ausfertigungen gab es. Im Bild sind die Dienstzeitwinkel zurechtgeschnitten worden.

Kennzeichnung der Dienststellung Hauptfeldwebel (Spieß)

Diese Tresse war silberfarben und 9 mm breit. Getragen wurde sie umlaufend um beide Unterärmel der Uniformjacke und des Wintermantels.

Später ersetzt durch eine goldfarbene Tresse von 15 mm Breite.

An der Sportkleidung wurden militärische bzw. sportliche Kennzeichnungen wie folgt getragen:

  1. die militärische Kenzeichnung für Dienstgradgruppen
    Dieses Anker-Emblem wurde auf dem linken Oberärmel der Trainingsjacke und mittig auf dem linken Hosenbein der kurzen Sporthose getragen.
Unteroffiziere      Offiziere  
  1. Kennzeichnung der Sportvereinigung (SV) „Sturmvogel“
    Die SV „Sturmvogel“ ging zum 01.08.1953 im Sportklub (SK) „Vorwärts“ der Kasernierten Volkspolizei auf. Siehe bei Seepolizei [hier].

Tragebeispiele für Laufbahnabzeichen: (nicht maßstabgerecht)

          
Dienstgrad Soldat Gefreiter oder Obermatrose Maat Obermaat
Grundlaufbahn Verwaltungsdienst Küstendienst oder Flottendienst  Flottendienst Flottendienst
Dienstlaufbahn Schreiber Laufbahn Funk / Nachrichten Laufbahn Maschinenlaufbahn Seemännische Laufbahn
Sonderlaufbahn  -  Funker Motorentechniker Steuermann
      Elektrotechniker Signäler
 
       
Dienstgrad Meister Oberfeldwebel Unterleutnant Kapitänleutnant
Grundlaufbahn Flottendienst Küstendienst Küstendienst Flottendienst
Dienstlaufbahn Funk / Nachrichten Laufbahn Kraftfahrerlaufbahn Küstenartillerie Laufbahn Seemännische Laufbahn
Dienstzeit mehr als 3-jährige Dienstzeit mehr als 5-jährige Dienstzeit    
    Dienststellung Hauptfeldwebel    

© 2007 - 2015 Peter Kieschnick