www.parow-info.de                      (Stand 15.09.2013)

Einsatzgruppenversorger „Bonn“

 
Einsatzgruppenversorger „Bonn“ beim ersten Einlaufen im neuen Heimathafen Wilhelmshaven.
© Bundeswehr/ Sophie Fiebeler

Der Einsatzgruppenversorger (EGV) „Bonn“ (Klasse 702) wurde am 16. September 2010 in Wolgast auf Kiel gelegt.
Der EGV wurde an zwei Stellen erbaut: an der Flensburger Schiffbaugesellschaft wurde das Deckshaus gefertigt und in der Peenewerft Wolgast der Rumpf montiert. Ende Mai 2011 wurden beiden Teile zur Emder Werft- und Dockbetrieben transportiert. In dieser Werft fand die Endmontage und Schiffsausrüstung statt.

Taufe des EGV BONN in der Emder Werft
Der Einsatzgruppenversorger "BONN" wurde im Beisein des Verteidigungministers Dr. Thomas de Maizière und des Inspekteurs der Marine Vizeadmiral Axel Schimpf durch die Ehefrau des Oberbürgermeisters der Patenstadt Bonn, Frau Hanne Hufschmidt, getauft.
© Bundeswehr/ Sophie Fiebeler
Am 17.04.2012 erfolgte die Taufe auf dem Gelände der Emder Werft und Dockbetriebe GmbH statt.
Die Indienststellung war für den Herbst 2012 vorgesehen. Sie erfolgte am 13.September 2013 am Bontekai in Wilhelmshaven.

Gegenüber der bisherigen EGV´s ist bei der „Bonn“ die Hubschraubereinsatzfähigkeit erweitert. Dazu wurde das Flugdeck verstärkt, um auch alle mittlere Hubschraubern starten und landen zulassen. Somit kann dieser EGV als Versorgungs- und Sanitätsplattform genutzt werden, ohne nur auf den eigenen Bordhubschrauber zu zugreifen zu müssen.
Die Fähigkeit zur Hubschrauberleitung im nahen Luftraum ist verbessert wurden. Damit kann ohne Einschränkungen bei Sichtflugbedingungen, Tag und Nacht den Flugbetrieb gewährleistet werden. Dieses neue Hubschrauberleitsystem soll auch bei den anderen beiden EVG eingebaut werden.

An der Marinetechnikschule Parow wurde eine Ausbildungsanlage für das komplette Hubschrauberleitsystem errichtet. Diese besteht aus der Radaranlage „Variant“, einer IFF Anlage (Freund-Feinderkennung) und einer Bedien- und Darstellungskonsole.

Die Erweiterung um die Fähigkeit der Leitung des Flugverkehrs im nahen Umfeld ist besonders bei Humanitären Hilfseinsätzen und Operationen von See auf Land hilfsreich.

Die Sanitätsräume wurden auf der „Bonn“ vergrößert und technisch ergänzt. So kann auch ohne der Container des Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) die Kranke- und Verletztenversorgung sichergestellt werden.

Im Bereich der Schiffstechnik wurde das Antriebskonzept verbessert, so dass die Betriebskosten durch geringeren Verbrauch und Verschleiß verringert werden. Auch die Elektrizitätserzeugung wurde neu angepasst.

Durch den Einbau einer separaten Kommunikationsanlage und Lagedarstellungsmöglichkeiten wird die Einschiffung eines Stabes ermöglicht. So dass die Führung humanitärer Missionen auf internationaler Ebene erfolgen kann.

Einsatzgruppenversorger (Klasse 702):
EVG „Frankfurt am Main“ versorgt gleichzeitig die Fregatten „Schleswig-Holstein“ (rechts) und „Brandenburg“ (links) im Mittelmeer;
Foto: Deutsche Marine Ricarda Schönbrodt

Die EGV sind die größten Schiffe der Deutschen Marine und weltweit einsetzbar. Sie haben den Auftrag, Einsatzverbände in See logistisch und sanitätsdienstlich zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem der Transport von Proviant, Wasser, Munition, Kraftstoffen, Verbrauchsgütern und Sanitätsmaterial sowie deren Umschlag auf andere Marineschiffe. Mit Indienststellung des ersten EGV „Berlin“ konnte die Deutsche Marine die Seeausdauer schwimmender Einsatzverbände von 21 auf 45 Tage erhöhen. Weiterhin können die EGV als Führungsplattform für streitkräftegemeinsame Operationen genutzt werden.
Die Unterbringung von Unterstützungspersonal sowie das Bereitstellen von Betreuungseinrichtungen sind möglich.

Die sanitätsdienstliche Unterstützung erfolgt durch das auf einem zweistöckigen Containersystem basierende Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ). Im Verbund mit dem Schiffslazarett des EGV können so über 40 Patienten behandelt werden.

Schwesterschiffe:
„Berlin“ und „Frankfurt am Main“

Technische Daten des Einsatzgruppenversorger „Bonn“

Einsatzverdrängungsgewicht: 20.900 t
Gesamtlänge: 173,70 m
Breite: 24,00 m
Tiefgang: 7,90 m
Antriebsleistung: 2x7.200 kW
Generatoren: 4x 920 kW+ 1x Notstrom 920 kW
Geschwindigkeit: 20 kn
Reichweite: 4000 Seemeilen bei 18 Knoten
Bordhubschrauber: 2x Sea King MK 41
Containerstellplätze: 78 ISO 20 Fuß (inkl. MERZ)
Zuladung : 9160 m³ Schiffsdiesel,
610 m³ Flugkraftstoff
Bordkrane: 2x mit je 22 t Hebelast
Seeversorgungsstation: 2
Stammbesatzung: 151 Mann

max. Besatzung:

267 Mann

Quellen:
Marine - Pressemitteilung vom 13.09.2010, 12.04.2012 und10.09.2013
„Auf Kurs“ I/2011 Informationen aus der Abteilung Organisation Marine
"Informationsdienst für Reservisten & Reservistinnen" 1/2012

© 2011 - 2013 Peter Kieschnick