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Atemschutzgeräteträgerausbildung
an der Marinetechnikschule

Am 25. November 2009 erfolgte die symbolische Übergabe der Übungshalle für die Atemschutzgeräteträgerausbildung an die Marinetechnikschule.Gebäude 212

Die Neueinführung von verbesserten schweren Atemschutzgeräten in der Bundeswehr und die damit verbundenen Anpassungen in der Ausbildung haben den Umbau der Ausbildungshalle erforderlich gemacht. Die Marinetechnikschule hat nun die Möglichkeit, die Erstausbildung von schweren Atemschutzgeräteträgern nach modernsten Standards und unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben durchführen zu können.

SchulungsraumFür die schwimmenden Einheiten der Deutschen Marine ist eine funktionierende Bordorganisation zur Brandabwehr im Friedensbetrieb wie unter Einsatzbedingungen überlebenswichtig und von essenzieller Bedeutung. Ein wichtiges Element der Brandabwehr an Bord ist die Forderung der Marine, dass jeder Besatzungsangehörige als Atemschutzgeräteträger zur Brandabwehr eingesetzt werden kann. An der Marinetechnikschule wird dieser Forderung in der Ausbildung entsprochen, indem bereits die Grundauszubildenden eine Erstausbildung als Atemschutzgeräteträger erhalten. Hierbei steht vor allem die persönliche Sicherheit der Atemschutzgeräteträger zu Recht an erster Stelle und zieht in der Nutzung des schweren Atemschutzgerätes einen hohen Ausbildungsaufwand, umfangreiche Wartungs-,  Pflege- und Prüfarbeiten und eine entsprechende Dokumentation nach sich. Neben bundeswehrinternen Vorschriften gelten seit 2008 auch die Bestimmungen der Feuerwehrdienstvorschrift Nummer 7 als bindend und wurden übernommen.

Mit der Einführung des aktuellen Atemschutzgerätes Typ ASG-2800 der Firme MSA AUER, welches als Teil einer Produktfamilie in der gesamten Bundeswehr eingeführt wurde, besitzt die Marine heute, bedingt durch deutlich gesteigerte Sicherheitskomponenten und den erheblich verbesserten Tragekomfort, eine dem Auftrag angemessene, zeitgemäße Ausrüstung zur Brandabwehr. Wesentliche Neuerungen, wie zum Beispiel das erhöhte Atemluftvolumen, die Anwendung von Überdruckmasken sowie der entsprechenden Lungenautomaten, die Nutzung von Head-Up-Displays (HUD), eine digitale Sicherheitseinrichtung sowie die Möglichkeit zur papierlosen Dokumentation von Einsatz, Wartung und Betriebszeiten, verbessern maßgeblich die Einsatzsicherheit.

Belastungsraum20 bis 25 Rekruten der Grundausbildung werden täglich geschult. Diese müssen eine 9stündige theoretische und eine physisch stark belastende parktische Ausbildung absolvieren. Für diese praktische Ausbildung sind 11 Stunden vorgesehen.
Im Belastungsraum werden hohe körperliche Anforderungen an die Soldaten gestellt. Das geschieht mit Hilfe verschiedener Fitnessgeräte, wie z.B. Laufbänder, Fahrradfahrern, Treppenlaufbänder.
Die Strecke im Übungsraum beträgt ca. 67m und kann jederzeit verändert werden. Es geht darum, sich in engen Gängen bewegen zu können, dabei verschiedene Türen und Luken zu öffnen, durch ein Rohr zu kriechen oder auch das Atemschutzgerät abzunehmen, um enge Hindernisse zu bewältigen. Dazu stehen zwei Ebenen zu Verfügung mit sechs Auf- und Abstiegen. Die Schwierigkeit der Übungen wird schrittweise erhöht. Der Raum kann in kürzester Zeit unter Nebel gesetzt werden, so dass die Sicht gleich Null ist. Eine Hitzestrecke ist vorhanden, und es können verschiedene Geräusche mit unterschiedlichen Lärmpegeln eingespielt werden. Durch flackerndes Licht in unterschiedlichen Farben kann der Stressfaktor noch erhöht werden.
Der Übungsraum wird ständig durch die Ausbilder überwacht. Dazu steht ihnen eine Kamera mit Infrarot-Bereich zu Verfügung, so dass sie jederzeit in die Übung aktiv eingreifen kann.
Bilder vom Übungsraum:

Kontrollraum          
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© Peter Kieschnick
 
         

© 2009 - 2015 Peter Kieschnick, Quelle: Marinetechnikschule Oberfähnrich zur See Wegner