Unsere Marine im Wandel

(Bearbeitungsstand dieser Seite: 18.10.2017 - Änderungen sind Kursiv und Fett gekennzeichnet)

Am 20. September 2011 wurde ein Sachstand zur Neuausrichtung der Bundeswehr vorgelegt und am 26.Oktober 2011 die Stationierungsentscheidung der Bundeswehr in Deutschland durch das Verteidigungsministeriums bekanntgegeben.

„Das Ziel der Neuausrichtung der Bundeswehr ist, die Bundeswehr so aufzustellen, zu finanzieren und auszustatten, dass Deutschland nachhaltig befähigt wird, gemeinsam mit seinen Partnern einen gewichtigen militärischen Beitrag zur Sicherheit des Landes und des Bündnisses sowie zur Sicherung von Frieden und Stabilität in der Welt zu leisten. Konkrete nationale Zielvorgabe ist die Befähigung zum gleichzeitigen durchhaltefähigen Einsatz von bis zu 10.000 Soldatinnen und Soldaten bei Übernahme der Verantwortung einer Rahmennation für landgestützte Einsätze in bis zu zwei Einsatzgebieten und zusätzlich einem maritimen Einsatz.“

Der Umfang der Streitkräfte soll bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten umfassen. 55.000 Dienstposten für zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vorgesehen. Damit soll der Gesamtumfang der Bundeswehr bis zu 240.000 militärische und zivile Dienstposten betragen.
Stand: 31. Januar 2016, laut BMVg P I 1: 178.573 aktive Soldaten und Soldatinnen (19.480), davon 10.677 Freiwillig Wehrdienstleistende.

Die Marine, als kleinste Teilstreitkraft, wird künftig 13.044 Soldatinnen und Soldaten umfassen, davon sind 12.550 Berufssoldaten bzw. Soldaten auf Zeit. Hinzu kommt bis zu 800 weitere Freiwillig Wehrdienstleistende (Flexibilitätsreserve), die die Marine bei außergewöhnlichen Vorhaben personell stärken sollen. (Bisherige Gesamtstärke: 16.000 Soldaten). Desweiteren gibt es noch die Soldaten auf Schülerstellen und die wehrübenden Reservisten. Vorgesehen sind auch 1.670 Zivile Dienstposten. Diese Personalstärke der Marine soll bis 2017 erreicht werden.
Stand: 31. Januar 2016, laut BMVg P I 1: 16.268 aktive Soldaten und Soldatinnen.

Eine neue Behörde wurde für die Marine aufgebaut, das Marinekommando (MarKdo). [Organigramm – pdf-Dokument –externe Seite]
Das MarKdo wurde am 01.10.2012 Indienst gestellt. Der feierlichen Aufstellungsappell war am 09.10.2012.
Das MarKdo ist aus Teilen des Ministeriums Abteilung Marine, dem Flottenkommando und dem Marineamt entstanden. Insgesamt 750 Dienstposten wurden für das Marinekommando geplant. Im Markdo sind im August 2013 ca. 800 militärische und ca. 200 zivile Dienstposten besetzt wurden.
Es ist auch der Dienstsitz den höchsten Marinemann, den Inspekteur der Marine.
Aus den alten Standorten wurden nach und nach die einzelnen Abteilungen an ihre neuen Bestimmungsorte umziehen. Der Abschluss dieser Maßnahmen war für 2014 vorgesehen.

Das bisherige Marineamt sollte bis spätestens zum 30.06.2013 aufgelöst sein.
Übergangsweise werden das „Maritime Operation Center“ (MOC) und die Führungsunterstützung des „Fleet Entry Point“ am Standort Glücksburg bleiben. Die entsprechende neue Infrastruktur soll auf dem Gelände des Marinekommandos in Rostock geschaffen werden. Im April 2017 begannen die Rohbauarbeiten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13.06.2017. Das Richtfest soll Mitte 2018 erfolgen und das Bauende ist für Juni 2020 geplant. Der umbauter Raum soll 60.000 m² betragen, die geplante Gesamtbaukosten beträgt 66,3 Mio. Euro. Bezugsfertig soll es 2022 sein.

Mit der Auflösung des Marineamtes wurden die Stützpunkte direkt den Einsatzflottillen 1 und 2 zum 01.10.2012 unterstellt.

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Flottenkräften 
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am 27.01.2016 erklärt, dass die Ausrüstung der Bundeswehr verbessert werden müsse. Sie werde sich dafür einsetzen, die langfristigen Investitionen in die Streitkräfte auf insgesamt 130 Milliarden Euro zu erhöhen. Ziel müsse es sein, die Materialbeschaffung nicht mehr an einem starren Korsett zu orientieren, sondern flexibel an den Aufgaben der Bundeswehr.
Die in der Bundeswehrreform aus dem Jahr 2011 vorgesehenen Obergrenzen für die Ausstattung der Streitkräfte mit großen Waffensystemen sollen abgelöst werden. Künftig soll als Richtschnur gelten, dass die Bundeswehr mit dem vorhandenen Material ihre Aufgaben in den Auslandseinsätzen und bei der Landesverteidigung erfüllen kann. Dieser Prozess müsse sofort eingeleitet und verstetigt werden.

Für die Marine ist folgendes geplant:  
  Ist
2011
Zielplanung
von 2011
Zielplanung
von 2016
Zusätzlich
Nov. 2016
Fregatten 15 11 11  
Korvetten + MKS 180 2 5 + 6 5 + 6 5 (K130)
Schnellboote 10 0 0  
U-Boote 4 6 6 2
Minenabwehreinheiten 20 10 10  
Seefernaufklärer 8 8 8  
Hubschrauber 43 30 36  
Unterstützungseinheiten 10 11 ?  
Flottendienstboote 3 3 3  
Joint Support Ship 0 2 0  

Künftig sollen elf Fregatten (4x F125, 3x F124, 4x F123) und fünf Korvetten K130 den Kern der Überwasserkampfeinheiten bilden. In Ergänzung plant die Marine bis zum Anfang des nächsten Jahrzehnts die Beschaffung von sechs Einheiten der neuen Schiffsklasse Mehrzweckkampfschiff (MKS) 180. Das erste soll ab 2019 in Wilhelmshaven stationiert sein.

Die Fusion des 1. U-Boot-Geschwaders (1.UG) und des Ausbildungszentrum U-Boote (AZU) wurde zum Jahresende 2013 abgeschlossen. Das U-Boot-Geschwader verfügt über sechs U-Boote der Klasse 212 A. Ab Mitte der 2020er Jahre sollen zwei Boote der Klasse 212 NG folgen. Dies bedarf aber noch der parlamentarischen Genehmigung.

 

Außerdienststellung Indienststellung
Fregatte „Köln“, BREMEN-Klasse (F 122) 31.07.2012 Korvette „Oldenburg“ 21.01.2013
Fregatte „Reinland-Pfalz“, Klasse F 122 22.03.2013 Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ als fünfte und letzte Korvette des 1. Korvettengeschwader 21.03.2013
Fregatte „Emden“, Klasse F 122 29.11.2013    
Minenjagdboot „Passau“, Klasse 333 30.09.2013 Einsatzgruppenversorger „Bonn“, (Klasse 702) - Indienststellung war für den Herbst 2012 vorgesehen. 13.09.2013
Fregatte „Bremen“, Klasse F 122 28.03.2014    
Schnellboote „Puma“, Klasse 143A          2014 14.12.2015    
Holstablenkboot „Hameln“, Klasse 352           2014    
Holstablenkboot „Ensdorf“, Klasse 352
  als Hulk für die MTS weiterverwendet
31.07.2014    
Minenjagdboot „Herten“, Klasse 333
wurde als Truppenwerbeplattform „Marine live“ verwendet;
aus der Fahrbereitschaft genommen, Außerdienststellung voraussichtlich im Sommer 2016
31.12.2014
30.06.2016
   
Schnellboote „Gepard“ und „Ozelot“, Klasse 143A
„Gepard“ wird Museumsschiff beim Deutsche Marinemuseum in Wilhelmshaven
12.12.2014    
Minenjagdboot „Ueberherrn“, Klasse 333
wurde als Truppenwerbeplattform „Marine live“ verwendet;
am 01.01.2016 aus der Fahrbereitschaft genommen,
02.01.2015
30.06.2016
   
Fregatte „Niedersachsen“, Klasse F 122 26.06.2015    
Holstablenkboot „Pegnitz“, „Siegburg“ und „Auerbach“, Klasse 352 17.12.2015    
Tanker „Ammersee“ und „Tegernsee“, „Walchensee“-Klasse Dezember 2015    
Schnellboot Wiesel“, Klasse 143A 14.12.2015    
Schnellboote „Ozelot“ und „Frettchen“, Klasse 143A 31.12.2015 16.11.2016    
Schnellboote „Hermelin“, „Zobel“, „Wiesel“ und „Hyäne“, Klasse 143A 31.12.2016 16.11.2016    
Holstablenkboot „Pegnitz“, „Siegburg“, Klasse 352
wird als Truppenwerbeplattform „Marine live“ verwendet
beide März 2017 noch in Dienst
Ende 2016? „U 36“, der Klasse 212A 10.10.2016
Fregatte „Karlsruhe“, Klasse F 122 16.06.2017 ** Fregatte F 222 „Baden-Würtemberg“, Klasse 125 * März 2017 ?
Mehrzwecklandungsboot „Schlei“ 26.10. 2017 Fregatte F 223 „Nordrhein-Westfalen“, Klasse 125 Oktober 2017 2018
Fregatte „Lübeck“, Klasse F 122 Mitte 2018
2021 ?
Fregatte F 224 „Sachsen-Anhalt“, Klasse 125
(04.06.2014 Kiellegung)
September 2018 2019
Fregatte „Augsburg“, Klasse F 122 Mitte 2019 Fregatte F 225 „Reinland-Pfalz“, Klasse 125 August 2019 2020
       
* Die Erstbesatzung der Fregatte „Baden-Württemberg“ Klasse 125 wurde im Oktober 2015 aufgestellt werden
Anfang April 2016 soll die Werfterprobung des ersten Schiffes dieser Baureihe beginnen
** soll der Wehrtechnischen Dienststelle 71 überstellt werden für Ansprengversuche.

Ziel ist es zu erreichen, dass mit einer reduzierten Anzahl von Plattformen durchhaltefähig für Einsätze bereitzustellen. Dazu gewinnt das Mehrbesatzungsmodell in Verbindung mit einer Intensivnutzung der Schiffe eine ganz besondere Bedeutung. Die Besatzungen rotieren und sparen dadurch lange Transitzeiten in das Einsatzgebiet. Zeit, wo die Soldaten auch Zuhause bei der Familie sein können.
Auf den U-Booten ist das Mehrbesatzungskonzept bereits eingeführt. Für die Fregatten Klasse 125 wird es in Zukunft zwei Besatzungen geben, Alpha und Bravo. Das Kampfschiff soll von bis zu zwei Jahren im Einsatzgebiet bleiben, die Besatzung soll ausgetauscht werden. Dadurch verändert sich auch das Ausbildungskonzept. Die Besatzung in der Heimat wird weiter geschult und trainiert. Dazu wird ein „Einsatzausbildungszentrum“ in Wilhelmshaven aufgebaut. Bis es sein Dienst aufnimmt sollen diese Besatzungen hauptsächlich an der Marineoperationsschule und Marinetechnikschule geschult werden.

Die Schnellboote haben ihre normale Nutzungsdauer bereits überschritten. Am 16.11.2016 wurde das 7.Schnellbootgeschwader außer Dienst gestellt.
Der Haushaltausschuss des Bundestages bewilligte am 10.11.2016 1,5 Milliarden Euro für den Bau von fünf weiteren Korvetten. Die Fertigstellung ist für 2020 bis 2023 vorgesehen. Es soll keine europaweite Ausschreibung für den Bau geben, da es sich um ein 2.Los der Korvette K 130 handeln soll.

Die Anzahl der Minenabwehreinheiten wird auf zehn reduziert werden. Es sind Boote der „Frankenthal“-Klasse (MJ 332).
Die Boote „Bad Rappenau“ und „Rottweil“ wurden leicht umgebaut und werden als Minentauchereinsatzboot genutzt, um im Flachwasserbereich Minen zu bekämpfen.
Die Boote, „Fulda“, „Weilheim“, „Sulzbach-Rosenberg“, „Dillingen“ und „Homburg“ wurden zwischen 2009 und 2012 modernisiert (Projekt „MJ 332 CL“). Dies betraf die Umrüstung auf das Minenjagdführungssystem „IMCMS“ und der Unterwasserdrohne „Seefuchs“. In den nächsten drei Jahren werden die Boote „Bad Bevensen“, „Grömitz“ und „Datteln“ auf den neuen technischen Stand gebracht.

Das 5. Minensuchgeschwader übergab seine Einheiten an das 3. Minensuchgeschwader. Die letzten beiden Hohlstablenkboote „Siegburg“ und „Pegnitz“ mit den Minenabwehrdrohnen des Typs „Seehund“ folgten am 11.12.2015.
Am 27.09.2016 wurde das bis dato älteste noch in Dienst befindliche Geschwader der Deutschen Marine im Marinestützpunk Kiel außer Dienst gestellt.
Gleichzeitig wurde das Unterstützungsgeschwader in Dienst gestellt. In das in Kiel beheimatete Geschwader werden alle Versorger der Flottille und die Tender zusammengefasst. Die beiden Schnellboottender „Elbe“ und „Donau“ verbleiben in ihrem bisherigen Heimathafen Warnemünde, sind aber dem Unterstützungsgeschwader unterstellt.

Zwei Nachfolgeeinheiten für die Betriebsstofftransporter „Rhön“ und „Spessart“ sowie die sechs Tender sollen die Unterstützungseinheiten vervollständigen.
Die Betriebsstofftransporter „Ammersee“ A 1425 und „Tegernsee“ A 1426 sind vorfristig im Dezember 2015 außer Dienst gestellt worden. Eigentlich waren diese Schiffe noch für viele Jahre fest eingeplant. Beide Schiffe sollten bei den Werften in Elsfleth und Wilhelmshaven noch eine Instandsetzung durchlaufen. Bei der Begutachtung wurde eine Asbest-Verseuchung festgestellt. Eine Sanierung der Tanker sei angesichts des hohen Alters nicht mehr wirtschaftlich vertretbar. Ab 2020 sei die Anschaffung neuer Tanker vorgesehen.

Die zivil besetzten Hafenschlepper der „Nordstrand“-Klasse sind in den Standorten Kiel und Wilhelmshaven zusammengefasst. In Wilhelmshaven sind drei Schlepper stationiert, die „Knechtsand“, „Scharhörn“ und „Vogelsand“. Seit Oktober 2015 ist auch die Bündelung in Kiel erfolgt. Zu der bisher dort stationierten „Lütje Hörn“ kamen vom Stützpunkten Warnemünde die „Langeness“ und vom Eckernförde die „Nordstrand“ nach Kiel. Ziel ist die Senkung der Charterkosten für zivile Schlepper. Der Mehrzweckunterstützungsschiff „Fehmarn“ (Klasse 720) bleibt in Kiel stationiert. Er ist bis Sommer 2017 zur großen Werftinstandsetzung in Stralsund.
Das Ölbekämpfungsschiff „Bottsand“ wird 2016 von Warnemünde nach Kiel verlegt.

Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ verlegte am 24.09.2012 von Kiel in neuen Heimathafen, den Marinestützpunkt Wilhelmshaven.
In Zukunft (2025) Langfristig ist die streitkräftegemeinsame Beschaffung von zwei Joint Support Ships (JSS) beabsichtigt.

Am 04.02.2016 wurde in Amsterdam zwischen Deutschland und den Niederlanden der Letter of Intent unterzeichnet. Es ist der Startschuss für den Aufbau der „Gesicherten Militärischen Seeverlegefähigkeit“ und der Fähigkeit für amphibische Operationen.
Diese beinhaltet den zuverlässigen Transport von Soldaten und deren Material zwischen Land und See. Dabei geht es vor allem um die gegenseitige Nutzung von Transportmitteln, wie z.B. deutschen Marinetransporthubschraubern oder dem niederländischen Joint logistic Support Ship (JSS) „Karel Doorman“ [Bild], welches bei amphibischen Operationen Unterstützung leistet.
Das Dokument beinhaltet die schrittweise Integration des deutschen Seebataillons in die Königlich Niederländische Marine (Korps Mariniers).
Mittelfristig soll die Niederlande Hauptpartner für den gesicherten und weitreichenden Seetransport der Bundeswehr werden.

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Das Marineunterstützungskommando (MUKdo) hat ihren Dienst am 01.10.2012 aufgenommen. Die feierliche Einsetzung des ersten Kommandeur, Flottillenadmiral Dipl.-Ing. Werner Lüders, erfolgte am 18.10.2012.
Gleichzeitig wurden das Kommando Marineführungssysteme sowie das Kommando Truppenversuche der Marine als eigenständige Kommandos außer Dienst gestellt und im Marineunterstützungskommando eingegliedert. Sie verbleiben jedoch an ihren bisherigen Standorten.
Die Lehrgruppe Systemausbildung des ehemaligen Kommandos Marineführungssysteme ist zum 01.10.2012 durch die Marineoperationsschule (MOS) aufgenommen worden. 128 teils hochspezialisierte Lehrgänge zu allen schwimmenden Waffensystemen der Marine werden dort jährlich durchgeführt.
Das neu aufgestellte Marineunterstützungskommando in Wilhelmshaven ist der Abteilung Einsatzunterstützung im Marinekommando unterstellt.
Das MUKdo ist die zentrale Dienststelle für die Wahrnehmung der „Betriebs- und Versorgungsverantwortung für die Waffensysteme der Marine". Weiterhin obliegt der Dienststelle die technische und personelle Sicherstellung des Fernmeldeverkehrs und der Datenübertragung zu den Einheiten in See. Neben Wilhelmshaven ist es an weiteren 15 Standorten vertreten, unter anderem in Kiel, Eckernförde und Damneck (USA).
Ende März 2013 wurde im Führungsunterstützungszentrum Marine in Sengwarden der Fernmeldebetrieb (DHJ 59) eingestellt. Die bisherigen Aufgaben wurden vom Fernmeldezentrum Glücksburg übernommen.

Das Marinearsenal (MArs) in Kiel und ihre Außenstelle Warnemünde soll bis Ende 2015 geschlossen werden. Der Arsenalbetrieb soll in Wilhelmshaven konzentriert werden. Kiel wird zur Außenstelle vom MArs Wilhelmshaven für die U-Boote und Minenjagdboote.

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In Nordholz sind alle fliegenden Waffensysteme der Marine zusammengefasst. Es wurde dort zum 08. Oktober 2012 ein Marinefliegerkommando (MFlgKdo) neu aufgebaut. Gleichzeitig wurden die beiden Marinefliegergeschwader (MFG) 3 und 5 dem Kommando unterstellt.
Beim MFG 3 „Graf Zeppelin“ verblieben die Seefernaufklärer P-3C „Orion“ und die Ölaufklärungsflugzeuge Dornier 228 LM. Für den Grundbetrieb des Marinefliegerstützpunktes bleibt es weiterhin zuständig. Die acht Seefernaufklärer P-3C „Orion“ sollen modernisiert werden und die Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd bekommen.
Das MFG 5 übernahm die Hubschraubertypen „Sea King“ und „Sea Lynx“. Außerdem erfolgt hier die fliegerische und technische Ausbildung für alle fliegende Waffensysteme der Marine sowie das Training „Überleben auf See“.
Die SAR-Bereitschaft mit dem Hubschrauber Typ „Sea King“ wird weiterhin gewährleisten, mit einer Maschine in Sofortbereitschaft für die Nordsee auf Helgoland und einer weiteren für die Ostsee in Warnemünde.
Am 22. August 2012 fand der offizielle Schlussappell beim MFG 5 in Kiel statt.
Beide Hubschrauber-Typen sollen, laut Planung Januar 2016, durch 18 Marine Transport Hubschrauber „Sea Lion“ und 18 Bordhubschrauber ersetzt werden. Ab Herbst 2019 soll die Auslieferung des NH90 NTH „Sea Lion“ beginnen, drei Jahre später soll die Marine über alle 18 Hubschrauber verfügen können. Der Jungfernflug erfolgte erfolgreich Anfang Dezember 2016.
Größere Drohnen sollen an Bord der Korvetten eingesetzt werden.

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Im neu aufgestellten Seebataillon werden die herkömmlichen und spezialisierten Einsatzkräfte der Marineschutzkräfte (MSK) sowie der Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK M) zusammengefasst. Es wurde mit ca. 800 Dienstposten ab 01. April 2014 aufgestellt! Das Motto der Profis: „Vom Land zum Meer - Vom Meer zum Land“. Das Seebataillon ist ein Einsatzbataillon.

Das Seebataillon ist in folgenden Komponenten gliedern:
  Bordeinsatzkompanie mit den Fähigkeiten zum Boarding sowie der bordgestützten Schutzaufgabe „Vessel Protection“
Gliederung: Kompanietrupp, vier Bordeinsatzzüge mit je drei Bordeinsatzteams, Bootsgruppe; Stärke: 149 Soldaten
  Küsteneinsatzkompanie für das land- und seeseitige Absichern sowie das Unterstützen von militärischen Evakuierungsoperationen im maritimen Umfeld
  Minentaucherkompanie mobile Minentauchertrupps für den Einsatz von jedem Schiff
    klassischen mobilen Minentauchertrupps an Bord der Minenabwehreinheiten
    mobile Kampfmittelbeseitigungstrupps für den Landeinsatz in Häfen
  Einsatzunterstützungskompanie für kompanieübergreifende Fähigkeiten wie etwa Scharfschützen, Aufklärung und Überwachung, Feldnachrichten- oder ABC/SE-Aufgaben
  Ausbildungszentrum
 (EAZ Land)
die infanteristische Grund- und Führerausbildung wird von der Marineunteroffizierschule dahin verlagert.
Mit dem Seebataillon wird die Marine zukünftig über einen spezialisierten Verband verfügen, der in fast allen Einsatzspektren der Marine seinen Beitrag leisten wird – ein echtes „Multitool“ der Marine.

Die Spezialkräfte (Kampfschwimmer) der Marine werden im Kommando Spezialkräfte Marine (KSM) gebündelt. Sie besteht aus dem Kampfschwimmerbataillon (Aufstellung 01.04.2014) und aus Aus- und Weiterbildung-, Versorgungs- und Unterstützung-Komponenten. Damit liegt der komplette Einsatz ausschließlich in ihrer Hand.

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Die Marinemusikkorps wechselten zum 01.10.2012 in den Organisationsbereich der Streitkräftebasis. Ein Marinemusikkorps ist in Kiel stationiert. Das MMusKorps Nordsee wurde am 21.03.2014 in einem Festakt formal außer Dienst gestellt. (Auslösungsdatum: 31.03.2014)
Seit dem 01.04.2014 untersteht das Marinemusikkorps (MarMusKorps) in Kiel dem Zentrum Militärmusik der Bundeswehr. Damit ist die Neustrukturierung des Militärmusikdienstes der Bundeswehr abgeschlossen.
Vom 15. bis 18.05.2014 hat unter Federführung des Zentrums für Militärmusik der Bundeswehr in Köln Wahn eine Dienstliche Veranstaltung für Reservistenmusikzüge (ResMusZg) stattgefunden. Die ResMusZg sind freiwillige Zusammenschlüsse von Reservisten und Reservistinnen der Bundeswehr zur Pflege der Militärmusik. Sie sind im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw ) organisiert. Das Zentrum Militärmusik der Bundeswehr ist verantwortlich für die fachliche Aus- und Weiterbildung der ResMusZg.

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Der Standort Parow wird von derzeit 1.470 zivile und uniformierte Diestposten auf 830 reduziert. Nicht in dieser Zahl sind die Rekruten, Lehrgangsteilnehmer und Reservisten einberechnet. Die Feinplanung zur konkreten Stellenverteilung dauert noch an.

Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Stralsund wurde als Dienststelle zum 28.02.2013 aufgelöst. Am Standort Parow blieb alles was für den unmittelbaren Betrieb der Marinetechnikschule, der Strelasund-Kaserne, des Standortübungsplatzes und der Standortschießanlage notwendig ist. Diese Teile wurden dem Dienstleistungszentrum Torgelow unterstellt. Die Geländebetreuung ist dem Dienstleistungszentrum Rostock zugeordnet worden.

Das Sanitätszentrum Kramerhof wurde in das Sanitätsversorgungszentrum Kramerhof umgegliedert. Es untersteht dem Sanitätsunterstützungszentrum Neubrandenburg. Weiterhin gibt es in der Strelasund-Kaserne den Zug Sanitätsunterstützung Kramerhof, dieser ist der Sanitätsstaffel Einsatz Torgelow unterstellt.

Die zwei Inspektionen der Marineunteroffizierschule (MUS) in Parow, werden planmäßig nach Beendigung der Bauarbeiten in Plön, wiederzurückverlegt.
Weitere kleine Dieststellen bzw -teile bleiben auch in Parow stationiert.

Die Marinetechnikschule wird auch Dienstposten verlieren. Der modernsten Marine-Ausbildungsstandort Deutschlands bleibt erhalten und es wird auch in Zukunft auf höchstem Niveau ausgebildet werden.
Pro Einstellung wird ungefähr nur noch die Hälfte der bisherigen Rekrutenzahlen eingestellt. Damit wird auch die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer zurück gehen. Aufgrund der neue Technik, die bekanntlich auch weniger Personal benötigt, werden auch die Ausbildungskonzepte an der MTS neugestaltet.
Die Strukturanpassung der MUS, MOS und der MTS wurde mit Stand November 2013 wie folgt verändert:
MUS Termin der Wirksamkeit alt Ende III. Quartal 2015 - Termin neu Ende II. Quartal 2016;
MOS Termin alt Ende IV. Quartal 2015 - Termin neu Ende IV. Quartal 2016;
MTS Termin alt Ende I. Quartal 2016 - Termin neu Ende II. Quartal 2017.
Die Strukturanpassung der MTS soll im I. Quartal 2017 anfangen und im IV .Quartal 2017 abgeschlossen sein.

Erste Änderung des Stellenplanes gab es im Ende 2014, es wurde Ausbilderstellen für die Fregatte Klasse 125 besetzt [siehe auch hier].
Im dritten Quartal 2015 begann die Ausbildung für die Fregatte an der MTS. Für ein Schiff dieser neuen Baureihe wird es zwei Besatzungen geben. Diese sind nötig, weil das Kampfschiff später im Einsatzgebiet bleiben soll, und nur die Mannschaften getauscht werden. Zurzeit sollen auch die Techniker der „Zweitbesatzung“ bis zum Aufbau des Einsatzausbildungszentrum Wilhelmshaven hier an der Schule weitergebildet werden.

Die Außenstelle, das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) Neustadt, wurde mit Wirkung vom 01.04.2013 MarKdo Abteilung Einsatz unterstellt. Damit endet die bisherige fachliche Unterstellung als Lehrgruppe der Marinetechnikschule Parow nach 13 1/2 Jahren.
Kernauftrag des EAZS M besteht darin, die Schiffs- und Bootsbesatzungen der Deutschen Marine in modernen Ausbildungsanlagen sowie an Bord der Einheiten als leistungs- und einsatzfähiges Team auszubilden und auf Einsätze vorzubereiten. Verantwortlich für die Schwerpunktausbildung im Bereich der Schadensabwehr umfasst die Ausbildung die Brand- und Leckabwehr, die ABC-Abwehr, die Ausbildung der Schwimm- und Helmtaucher der Marine, die Rettungsausbildung für U-Bootbesatzungen sowie die Sanitätsausbildung im Sanitätsgefechtsdienst und in der Tauch- und Überdruckmedizin. Im Rahmen der seegestützten Ausbildung werden dann ganze Besatzungen von Schiffen und Booten gezielt auf Einsatzaufgaben vorbereitet.
Das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine erhielt eine eigene Truppenfahne, die am 26.03.2013 bei einer Musterung übergeben wurde.

Die 4.Inspektion und der Hauptfachbereich Marinefliegertechnik, eine Außenstelle der MTS, sind ab den 01.10.2012 dem MFG 5 unterstellt. Damit endet die langjährige fachliche Ausbildung der Marinefliegertechnik an der MTS. Bleiben wird die Grundausbildung der Marinefliegertechniker in Parow.

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Am Mittwoch den 05.12.2012 wurde in Wilhelmshaven eins der bundesweit 16 Karrierecenter, durch den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Thomas Kossendey, in Dienst gestellt.
Das Karrierecenter Wilhelmshaven ist das Einzige der Karrierecenter in der Bundesrepublik, an dem künftig das Testverfahren für Bewerberinnen und Bewerber für die Laufbahn der Maate und Bootsleute vorgenommen wird, welche für die Deutsche Marine vorgesehen sind. (Assessmentcenter)
Die Karrierecenter sollen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr als „Armee im Einsatz“ sicherstellen.
Künftig wird es 110 Karriereberatungsbüros der Bundeswehr und bis zu 200 mobile Büros sowie 16 Karrierecenter, davon 8 mit Assessment, bundesweit geben.

Auf der Insel Dänholm / Stralsund  ist seit dem 01.12.2012 das Karriereberatungsbüro (früher Wehrdienstberater) der Bundeswehr tätig. Es untersteht dem Karrierecenter in Schwerin (ehemals Kreiswehrersatzamt).

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Die Reserve der Marine
Der planerische Ergänzungsumfang der Marine wird sich in Zukunft aus 2700 Dienstposten (DP) zusammen setzen. (Bisher 4390 DP). Davon sind 2421 DP Personal- und 279 DP Verstärkungsreserve. (Bisher 3617 und 669 DP). Die Umbeorderung der Reservisten soll bereits begonnen habe.

Ein besonderer Punkt in Bezug auf Reservisten der Marine ist die Ausbringung eines Ergänzungstruppenteiles beim Seebataillon. Es wird zunächst ein Zug in der Küsteneinsatzkompanie aufgestellt. Diese Ergänzung ist auch im Zusammenhang mit den geplanten Joint Support Schiffen der Flotte 2025 zusehen. Die Unterstützung der Einheiten soll durch Reservisten des Küsteneinsatzzuges erfolgen. Somit soll die Erprobung des zugstarken Ergänzungstruppenteiles auf die Fähigkeiten der zukünftigen Marine gerichtet sein.

Ein Maßnahmenkatalog zur zielgerichteten Umsetzung des Konzepts ist erstellt und soll bereits mit Leben gefüllt werden.

Begriffe wurden umbenannt:
Reservisten haben bisher als Übende und Wehrübende Übungen und Wehrübungen abgeleistet nun sind es Reservistendienst Leistende (RDL). Nur noch im Spannungs- und Verteidigungsfall wird es Wehrübungen geben. Künftig stellen Reservisten ihre professionellen Fähigkeiten im Frieden als Reservistendienstleistung in Übung wie auch in Dienstlichen Veranstaltungen (DVag) nach dem Soldatengesetz zur Verfügung.

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Eine Strukturveränderung in der Evangelischen Militärseelsorge Marine erfolgte zum 01.April 2013.
Das bisherige „Konvent Kiel“ (mit 23 Dienststellen bei der SKB, Luftwaffe und Herr) und das „Konvent Marine“ (mit 12 Dienststellen) wurde zum „Konvent Nord“ zusammen geführt. Dies ist das personell stärkste Militärdekanat in der Bundeswehr. In Rostock wurde das Amt „Beauftragter für die Evangelischen Militärpfarrämter in der Marine“ neu geschaffen. Dieses Amt stellt die Schnittstelle zwischen Marine und zum „Konvent Nord“ dar.

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Quellen:
www.bundeswehr.de
www.marine.de
Presse- und Informationszentrum Marine
https://www.facebook.com/deutschemarineblog
https://www.bbl-mv.de/
„Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland Oktober 2011“ - BMVg
„Informationsbrief des Inspekteurs der Marine zur Neuausrichtung“ vom 27.10.2011
„Realisierungsplan Marine, BtlEbene u. ausgewählte OrgElemente“ vom 12.06.2012
Interview mit dem Inspekteur der Marine Vizeadmiral Axel Schimpf vom August 2012
Interview mit dem Inspekteur der Marine Vizeadmiral Axel Schimpf vom 12.11.2012 in „Bundeswehr aktuell“
„RESERVE aktuell“ November 2012, 2/2014
„Nordwest Zeitung ONLINE“ - verschiedene Ausgaben
„Die Bundeswehr“ - verschiedene Ausgaben.
Pressebericht über Besuch des Ministers Thomas de Maizière im MarKdo am 14.08.2013
NDR 1 Welle Nord am 19.08.2013, 18:33 Uhr
Zeitschrift „loyal“ 11/2013
„Auf Kurs“ III/2013, 1/2016,
Zeitschrift „Auftauchen“ Januar/Februar 2014
„Wilhelmshavener Zeitung“ vom 02.06.2014
Historisch-Taktische Tagung der Marine vom 06. bis 08.01 2015
Broschüre „Unsere Marine“, Markdo PIZ mit Stand vom 19.02.2015
„Kieler Nachrichten“ vom 30.07.2015, 21.12.2015
„Ostseezeitung“ 21.12.2015, 19.01.2016, 08.02.2016, 12.11.2016, 10.04.2017,
Zeitschrift „Leinen los!“ 1-2/2016, 3/2017
„Materielle Ausstattung der Bundeswehr“ - BMVg vom 27.01.2016

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