Beobachterausbildung
an der Fliegerwaffenschule (See) Parow

Dauer der Ausbildung: 6 Monate, in diese Zeit war ein vierzehntägiger Unteroffizierslehrgang einbezogen.

Inhalte der Ausbildung:

Auszüge der Ausbildungsinhalte:
Navigation: Handhabung des „Knemeyers“ (Bild rechts) ein Spezialrechenschieber für Navigation in Kreisform [weitere Informationen]
Astronomie: Umgang mit dem astronomischen Jahrbuch;
tägliches Abstimmen einer Präzisionsuhr mit dem Zeitzeichen der deutschen Seewarte (Differenz täglich max. 2 Sekunden);
Arbeit mit Oktanten zur Standortbestimmung
Funkausbildung: Geben und Hören mindestens 80 Silben pro Minute
Fliegerwaffenausbildung: Schießübungen mit MG vom Flugzeug aus auf Landziele auf der Insel Bock in der Nähe von Barhöft, geflogen wurde mit He 115  
praktischer Flugbetrieb: erste Flüge mit Fw 44 „Stieglitz“ nach Sichtnavigation;
weitere Flüge mit Fw 58 „Weihe“, Do 17, He 111 und Ju 88.
  Vorbereitung zum Flug:
   - Einholen des Auftrages - Zielort, Fotografieren von Objekten
   - Einholen der Wetterlage mit Windrichtung und -stärke
   - Einholen des am Tag gültigen Funk-Codes und Leuchtsignale
   - Kursberechnung
  Während des Fluges:
   - Kursangaben an den Flugzeugführer
   - Kurskontrolle durch Sicht oder Anpeilen von Funkfeuern - wenn notwendig, Kursänderung
   - Fotografieren der befohlenen Objekte
  Die Entfernungen der Flüge wurden ständig erweitert. Zuerst wurde über Land und nach der notwendigen Sicherheit in Navigation über See geflogen. Über See wurde bis zur Danziger Bucht und bis zum Finnischer Meerbusen geflogen.
  Die Ausbildung zum Ersatz- oder Hilfsflugzeugführers erfolgte ebenfalls.
Abschlußprüfung: Diese bestand aus einem Planspiel:
Anflug auf einen Schiffskonvoi, der seinen Kurs ständig ändert. Dabei waren Schiffsgeschwindigkeiten und Flugzeuggeschwindigkeiten zu bestimmen sowie Ort und Zeit, wo der Konvoi erreicht wurde, festzustellen. Die Dauer des Planspieles betrug vier bis fünf Stunden.

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