Schulbrigade

(Stand: 22.02.2016)

Die Schulbrigade wurde am 01.12.1970 in Dienst gestellt und dem Kommandeur der Flottenschule „Walter Steffens“ unterstellt.
Die Schulbrigade erhielt den Status eines Regimentes. Am 29.02.1972 erhielt die Schulbrigade eine eigene Truppenfahne.
Zur Bildung der Brigade wurden aus den 1., 4. und 6. Flottille Schiffe und Boote übergeben. Es wurden drei Minenleg- und Räumschiffe (MLR-Schiffe) Typ Krake, drei Minensuch- und Räumschiffe (MSR-Schiffe) Projekt 89.1, drei Raketenschnellboote (RS-Boote) Projekt 205 zugeführt.

1971 wurden noch drei MSR-Schiffe Projekt 89.2 und drei Torpedoschnellboote (TS-Boote) Projekt 206 in die Schulbrigade eingegliedert. Ab 01.12.1972 kam das Wohnschiff „Grobian“ dazu. Von 1976 bis Februar 1977 wurde der „Grobian“ befristet von Schulbrigade an Marinepionierbataillon abgestellt.

Die Hauptaufgabe der Brigade bestand in der „Kombinierten Schul- und Bordausbildung“. Es wurden alle Matrosenspezialisten und Unteroffizierschüler (zwei mal), die in Parow für die Bordverwendung ausgebildet wurden, für eine bis zwei Wochen an Bord ausgebildet.
Das normale Ausbildungsseegebiet wurde im Westen begrenzt durch die Linie Zingst - Dornbusch (Hiddensee) - Bakenberg (Rügen) und im Osten durch die Linie Peenemünde - Insel Ruden - Thiessow (Rügen). Navigationsbelehrungsfahrten wurden rund um Seeland oder in der östlichen Ostsee durchgeführt. Regelmäßig wurden die Häfen in Mamonow (bei Kalingrad) und Uska (Polen) angefahren. Ein Höhepunkt war der Flottenbesuch vom 03. bis 07.08.1976 in Finnland. Daran waren folgende Schulschiffe eingesetzt: „Stralsund“, „Kamenz“ und „Anklam“.

Auf Befehl des Kommandos der Volksmarine wurden die Schiffe und Boote der Schulbrigade auch für operativen Aufgaben eingesetzt z.B. Begleitung und Aufklärung von NATO-Einheiten. Dabei wurde die beteiligten Schiffe und Boote durch die 6.Flottille geführt.

Chef der Schulbrigade:

Gliederung (1971):  (* zum Anzeigen des Fotos, bitte auf das Wort [Bild] klicken)

Zeitweise war das Wohnschiff H-02 des Kommando der Volksmarine als Reserve-Gefechtsstand des Chef der Volksmarine in Parow stationiert, offiziell als schwimmender Lagerstützpunkt für die Schulbrigade.

Gliederung (01.12.1976):

Bordnummern der Schiffe/Boote: Beginnend mit einem S gefolgt mit der Abteilungsnummer und die zweite Zahl gab die Stellung des Schiffes/Bootes innerhalb der Abteilung an; z.B.: S 41 = Führungsboot der 4.SBA. Am Anfang wurde das S mit einem Trennstrich z.B. S-41 für eine kurze Zeit geführt.

DieAuflösung der Schulschiffsbrigade erfolgte am 01.12.1981.
Abschlussmusterung war am 25.11.1981. Schiffe und Boote wurden an die 1. und 6.Flottille abgegeben.

Einheiten Verbleib nach Auflösung der Schulschiffsbrigade
RS-Boote S 711 und S 713, TS-Boote S 814, S 815 und S 816 6.Flottille
HMAW-Schiffe S 322 und S 323 1.Flottille
MAW-Schiff S 424 WTZ-18 als Erprobungsschiff  (Bord-Nr.V-87)
RS-Boot S 712, Wohnschiff „Grobian“ und HMAW-Schiff S 321 außer Dienst
MAW-Schiff S 425 Mai 1981 zur Fischereiaufsicht der DDR

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