Grundsteinlegung der Marinetechnikschule

Wegsteine bis zur Grundsteinlegung:

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands, wurden die Truppenteile der Nationale Volksarmee (NVA) der DDR mit ihren Menschen ein Bestandteil der Bundeswehr. Die Bundeswehr wurde aber kein Rechtnachfolger der NVA!

Am 05.10.1990 wurden die Marineschulen in und um Stralsund zur „Marineschule Stralsund“ zusammen gefasst. Das Ziel bestand in der Auflösung der ehemaligen Volksmarine-Schulen [weitere Informationen hier]

Anfang Januar 1991 – Konteradmiral Hein-Peter Weyher besucht Parow und Stralsund.
In einem Pressegespräch sagte er, das in nächsten Jahren aus finanziellen Mitteln eine Halbierung des Schiffsbestandes und eine Reduzierung des Personals um 30% erfolgen soll. Von den 10 Schulen der Marine sollen nur noch fünf übrig bleiben, darunter eine im Raum Stralsund. Die Grundsatzentscheidung soll nicht vor dem nächsten Sommer erfolgen.

Die Stadt Stralsund teilte in einem Schreiben vom 06.05.1991 an den Bundesminister für Verteidigung Herr Stoltenberg mit, dass sie die Einrichtung einer großen Marineschule in Parow begrüßen würde und weist auf die gute Verkehrsanbindung sowie das Vorhandensein von Flächen für den Wohnungsbau hin. Unterschrieben durch den Präsidenten der Bürgschaft, dem Oberbürgermeister, dem Vorsitzenden des Kreistages und dem Landrat.

Die Marineschule Stralsund beantragte am 14.06.1991 beim Marinekommando in Rostock, die Liegenschaft den Namen „Strelsund-Kaserne“ zu geben.

Die Marineschule Stralsund wurde am 30.06.1991 aufgelöst. Die Restarbeiten erfolgen durch ein „Nachkommando Marineschule Stralsund“ mit 21 Soldaten und 45 zivile Mitarbeiter.

Bereits am 05.08.1991 wurde die Stationierungsentscheidung für eine Technische Marineschule in Parow getroffen.

Am 09.08.1991 gab der BMVg die Verlegung der TMS – Lehrgruppe GA in Brake nach Stralsund bekannt.

In einem Schreiben des BMVg InspM Fü M IV 2 vom 06.11.1991 wurde die Absicht zum 01.04.1992 ein Aufstellungsstab Marinetechnikschule einzurichten bekannt gegeben.
Neben den Planungsarbeiten, die für die zu gründende Schule zu leisten sind, sollte mit dem Aufstellungsstab auch nach außen deutlich werden, dass die Marine dem Aufbau ihrer größten Schule hohe Priorität beimisst.

Am 25.11.1991 wurde durch das Marinekommando Rostock ein Personal-Vorschlag Soldaten für den MTS Aufstellungsstab dargelegt. Es umfasst zwei Stabsoffiziere, zwei Offiziere, zwei Portepee-Unteroffiziere und ein Unteroffizier.

Das Landesbauamt Greifswald erhält am 01.01.92 den Planungsauftrag zur Erstellung eines Gesamtkonzeptes über die Bebauung von ca. 80 ha Fläche für die Marinetechnikschule (MTS) incl. SAR – Außenstelle, Richtfunkstation, Sanitätszentrum und Standortverwaltung.

Am 01.04.1992 wurde der Aufstellungsstab MTS unter Leitung FKpt Sommer gebildet. Der Stab unterstand dem Marineamt Wilhelmshaven.

Ebenfalls am 01.04.1992 begann die SABA – Inspektion (Staatlich Anerkannte Berufs Ausbildung) mit der Ausbildung. Ausgebildet wurden Kommunikationselektriker, Radio- und Fernsehtechniker sowie Industrieelektroniker.

Die Landesbauverwaltungen (Landesbauamt) Schleswig und Greifswald stellten am 30.06.92 das planerische und auf ministerieller Ebene genehmigte Gesamtkonzept zur Marinetechnikschule vor.
Die Grobplanung bzw. ein Flächenkonzept und das Mengengerüst sah folgende Maßnahmen vor:

1. BA (1993 - 1996)
Stabsgebäude (Schulstab) Marinesanitätszentrum Wirtschaftsgebäude Betreuungsbereich
Fahrbereitschaft  Wache Hörsäle Unterkunftsbereich LG C
Übungsanlagen Sportanlagen Straßen, Wege, Plätze  
2. BA (1996 - 1998)
Stabsgebäude (LG Ausbildung) Erweiterung der Sportanlagen Hörsäle Laborräume Bibliothek 
Aula  Unterkunftsbereich LG B    
3. BA (1998 - 2001)
Übungsanlagen Unterkunftsbereich LG A    
In diesem Bauabschnitt sollten ca. 20.000 m² Gebäudenutzfläche errichtet werden, um sämtliche schiffs- und waffentechnische Großanlagen aus den „alten“ Schulen aufzunehmen.

Das Nachkommando Marineschule Stralsund wurde am 29.06.1992 aufgelöst.

Am 27.10.1992 wurde das Gestaltungskonzept für Straßen, Wege und Plätze vorgestellt. Die Strelasund-Kaserne soll vorrangig fußläufig über relativ schmale, gepflasterte Straßen erschlossen werden.
Dem Planungskonzept für das Sanitätszentrum, KFZ-Bereich, 6 Unterkunftsgebäuden, Bootshafen, Sporthallen, Sportplätzen, Stabsgebäude und Hösalgebäuden wurde zugestimmt.

Der Leiter Aufstellungsstab FKpt Gerd Sommer erläuterte Oberbürgermeister von Stralsund Harald Lastovka und weiteren Kommunalpolitikern am 08.11.1992 den Bebauungsplan für die Marinetechnikschule in Parow. Auch die Bundesministerin Angela Merkel informierte sich über das Vorhaben.

Grundsteinlegung

Grundsteinlegung zum Bau der Marinetechnikschule Parow erfolgte am 30.11.1992 in Anwesenheit des Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe, Vertretern des Landes Mecklenburg – Vorpommern und der Stadt Stralsund, des Landkreises Nordvorpommern und der Gemeinde Kramerhof.

siehe auch 20 Jahre Grundsteinlegung

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