Stand: 21.07.2016

Neue Technik an der Marinetechnikschule

für die Fregatte der Klasse 125

Fregatte Klasse 125Computeranimation der Fregatte Klasse 125
(Quelle: © 2007 Bundeswehr / ARGE F 125/ARGE F 125)
So wie die Deutsche Marine sich modernisiert, so modernisiert sich auch die Marinetechnikschule. Dabei muss die Schule einen Vorsprung haben gegen über der Indienststellung neuer Schiffe der Flotte.
 
Neue Technik für die Fregatte der Klasse 125 wurde an der MTS aufgebaut.
Am 9. Mai 2011 startete der Bau der ersten Fregatte dieser Klasse und am 2. November 2011 fand die Kiellegung bei Blohm+Voss in Hamburg in Hamburg statt. Es sollen vier Schiffe gebaut werden.
Zur Ausbildung der Besatzungen für die Fregatte Klasse 125 wurden Ende 2014 neue Stellen für Ausbilder an der MTS besetzt. Die Ausbildung der Besatzungen an der MTS begann im dritten Quartal 2015.

Im Bootshafen der Marinetechnikschule wurde eine Bootsausbringeinrichtung errichtet und im Bereich Waffentechnik ein 127 mm Geschütz für die Ausbildung aufgebaut. Weitere Plattformen und Simulatoren sind von der Antriebs- bis zur Computertechnik eingerichtet.

Hier ein Beitrag von der Deutschen Marine über eine Probefahrt der „Baden-Würtemberg“ (5:30 min).
Die Ausbildung des Personals für die Schiffs- und Waffentechnik erfolgt an der Marinetechnikschule.

 


Bootsausbringeinrichtung für Fassmer Special Force Boat Typ SFB 10.1

Im Bootshafen der MTS wurde das Segment für das Ausbringen des Special Force Boat Typ SFB 10.1 aufgebaut. Dieses wendige Boot besitzt eine große Motorleistung und ist auch bei rauem Seegang einsetzbar. Eingesetzt werden kann es u.a. als: Rettungsboot, für Boarding und Specialoperations, zum Transport, als Tauchboot, zum Begleiten von Schiffen und als Patrouillenboot. Die modulare Bauweise ermöglicht eine schnelle Umrüstung auch für weitere Rollen. Sie können bewaffnete Spezialkräfte mit Ausrüstung genauso wie Kranke auf einer Liege transportieren. Sogar Lafetten für Maschinengewehre oder Granatwerfer können im Boot aufgestellt werden.

Dazu verfügt das Boot über der notwendigen militärischen Navigations- und Kommunikationssysteme, wie Seefunk- und Radargeräte, Global Positioning System, Freund-Feind-Erkennung, Satellitenkommunikation und Verschlüsselung.

Die Ausbildung der Besatzungen erfolgt an der Marinetechnikschule.

technische Daten des SFB 10.1
Länge: 10,1 m
Breite: 3,5 m
Höhe: 1,59 m
Gewicht ohne Personen: 6.100 kg, max. 8.000 kg
Zuladung: 1.900 kg
Besatzung: 3 Mann: Fahrer, Maschinist und Funker
Max. Kapazität: 15 Personen
Antrieb: 2x 272 kW
Geschwindigkeit: voll beladen: > 35 kn, nur mit Besatzung: ca. 55 kn 
Kraftstoffvorrat: 2x 290 Liter Diesel
Zugkraft: 2100 N

Weitere Angaben auf der Internetseite der Firma Fassmer, hier ein pdf-Dokument auf der Firmen-Seite.

Miniaturbilder zur Vergrößerung bitte anklicken.

Geschütz vom Typ Oto Melara „LCG-127/64 Lightweight Vulcano“

Das Geschütz vom Typ Oto Melara „LCG-127/64 Lightweight Vulcano“ kurz „127/64 LW“ hat das größte Kaliber, was die Deutsche Marine derzeit verwendet.
Die Ausbildungseinrichtung musste für den Aufbau des Geschützes extra umgebaut werden. Dabei wurden hauptsächlich Firmen der Umgebung herangezogen, wie die Peenewerft Wolgast und das Stralsunder Ingenieurbüro Schwepler & Wieck sowie weitere Firmen von Stralsund. Das Geschütz selber wurde durch italienische Techniker des Herstellers Oto Melara aufgebaut.

Geschütz 127/64 LW
Aufbau des Geschützes 127/64 LW in Parow
(Quelle: Oto Melara)
Über drei Decks erstreckt sich das Geschütz. Im untersten Deck, das Zwischendeck, befinden sich vier Magazine zur Aufnahme von insgesamt 56 Geschosse. Diese haben einzeln ein Gewicht von 37 kg, davon allein 12 kg für die Treibladung. Die Geschosse müssen hier noch von Hand in das Magazin geladen werden. Es gibt dafür drei verschiedene Munitionsarten, die konventioneller Munition für bis zu 30 km Reichweite und zwei für reichweitengesteigerte Munition bis zu 100 km Reichweite. Information zur Munition auf folgende Externe Seite [hier].
Im Mitteldeck, das Hauptdeck, befindet sich die gesamte elektronische Steuerung für den Munitionsaufzug, Zielführung, Entladung des Geschützes usw. Im oberen Deck, das B-Deck, befindet sich das Geschütz selbst. Eine Besonderheit gegenüber dem Original auf der Fregatte ist der gekürzte Lauf. Der Lauf hat normalerweise eine Länge von 8.12 m. Damit würde es nicht in dem Raum passen. Deshalb wurde es gekürzt und zur Stabilisierung ein Ausgleichgewicht angebracht. Dieses gelb/schwarz gestreifte Gewicht dient zur Simulierung der Masse des fehlenden Rohrstückes.
Daten des Geschützes:
Kaliber: 127 mm
Feuergeschwindigkeit: 35 Schuss pro min
Reichweite: 30 bis 100 km
Gewicht: 22.000 kg (ohne Munition)

Video 127/64 Lightweight Naval Gun Mount 6:01 min:

© 2012 - 2015 Peter Kieschnick