Minenleg- und Räumschiff Typ „Krake“ Projekt 15        erstellt von Helbe und Horma © 2011-2014

NATO-Code: Krake-Klasse

Dokumentation mit Stand vom 24.06.2016.
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Schulkrake S 013 aufgenommen 1961
S-013 „Potsdam“ passiert die Warnow-Werft auslaufend

1. Zum Projekt

1.1. Vorwort: In den 1970er Jahren wurden die letzten „Kraken“ außer Dienst gestellt und restlos verschrottet. Seit dieser Zeit ist bereits sehr vieles, wie auch zu anderen Dingen, in Vergessenheit geraten und z.T. unwiederbringlich verloren. Natürlich wurde und wird zu dem Thema publiziert, aber zumeist, vielleicht aus konzeptionellen Gründen, nur als Kurzfassung bzw. Übersicht. Diese Schiffe gehörten ja fast 20 Jahre zum Bild der Marinestreitkräfte der DDR und da dürfte bei einem Teil der einige Tausend Mann aller Dienstgrade, die in der Zeit über deren Stellings gegangen sind, noch Interesse an ausführlichen Informationen bestehen.
1.2. Die Anfänge: Bereits 1953, da waren die „Habichte“ der 2.BA noch im Bau, erfolgte eine Aufgabenstellung für eine neue Generation MLR-Boote an das Institut für Schiffbautechnik Wolgast (ISW) mit dem (Deck-) Typnamen „Krake“. Hintergrund waren die langfristigen Planungen „zum Aufbau der VP-See bis zum Ende des II. 5-Jahr-Plans von 1955-1960“, wonach bis dahin insgesamt 24 MLR-Boote vorhanden sein sollten, in 4 Divisionen zu je 6 Booten. Da zu dem Zeitpunkt sicherlich der Bau der 12 „Habichte“ entschieden war, kann bei den weiteren 12 MLR-Booten vom Nachfolgeprojekt, „Krake“, ausgegangen werden. Übrigens war der Begriff „MLR“ (MinenLeg-und Räum-) neu, ihn gab es in den vorangegangenen deutschen Marinen nicht (sh. auch MLR Typ „Habicht“).
nach oben
1.3. Das Projekt: Das Technische Projekt Nr.15 des ISW lag dann im November 1955 vor. Entsprechend den hauptsächlichen Vorgaben, d.h. ca. 700 t Normal-Deplacement und vielseitige Einsatzmöglichkeiten, wurde auf Bewährtes und vor allem Lieferbares zurückgegriffen. Das betraf z.B. die Antriebsmaschinen vom Typ 6 KVD 43 A.
nach oben Neu waren:
  • die vergrößerten, architektonisch gelungenen Aufbauten,
  • das 380 V- Drehstrom-Bordnetz,
  • die Navigations-Funkmeß-Anlage KS 1 b, ein DDR-Erzeugnis und erstmals auf Fahrzeugen der SSK serienmäßig eingesetzt (bei der Indienststellung hatte bis dahin von den MLR nur der „Habicht" 2012 eine sowjetische Anlage erhalten).
  • um eine 25mm-Waffe verstärkte Artillerie mit der Nachrüst-Option einer weiteren,
  • der 4-Bein-Mast (auf „Habicht“ 2012 erprobt, allerdings für die „Kraken“ modifiziert),
  • 2 Such- und Signalscheinwerfer auf der Mars,
  • ein Artillerie-Entfernungsmeßgerät, das aber aus unbekannten Gründen erst wesentlich später eingebaut werden konnte,
  • Schnelläufer-Dieselmotoren als Generatorenantrieb Stromversorgung des Schwimmkabel-Fernräumgeräts,
  • die Kammern-Belegung im Brückenaufbau, eher schon ein Kuriosum. Während bis dahin auf allen entsprechenden Einheiten die Kommandanten-Kammer an Steuerbord (Stb.) lag, wurde das auf den „Kraken“ in der Endphase der Projektierung verändert. Der Kommandant kam in die PV-Kammer (PV = Politstellvertreter des Kommandanten) mit der Bord-Rundfunkanlage an Backbord. (Bb.), der PV (so überhaupt einer an Bord) bezog eine Kammer an Oberdeck und die Kammern an Stb. wurden auf allen 10 „Kraken“ zu ACH-Kammern (ACH = Abteilungs-Chef).
1.4. Die Umsetzung: Am 01.04.1955 begann auf der Peene-Werft in Wolgast der Bau von 12 bestellten MLR „Krake“. Von diesen wurden dann im Mai 1956 2 Stück noch vor deren Kiellegung storniert. Die Gründe dürften in den neueren Planungen unter Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs, der materiellen und personellen Möglichkeiten etc. gelegen haben.
  Der Bau der Schiffe verlief dann ohne besondere Probleme, so daß per Oktober 1958 alle 10 Schiffe in Dienst gestellt waren. Die Besonderheit in der Peene-Werft war das hydraulische Absenken des Schiffskörpers ohne Brückenaufbauten und Mast statt des bekannten Stapellaufs. Die Baukosten werden mit 7.8 bzw. 7,9 Mio. Mark je Schiff angegeben.
  In den Strukturen jener Jahre wurden diese Räumkräfte noch als MLR-Boote bezeichnet. Erst nachdem im Minister-Befehl Nr. 1/56 vom 10.02.1956 zur Aufstellung der NVA Einheiten der Marine größer 200 t als „Schiffe“ eingestuft wurden, war das ab dem Jahr 1958 auch für die „Kraken“ und „Habichte“ gültig.
  Als Schiffbau-Projektnummer wurden in der Struktur 59 erstmalig durchgängig die Ziffern 3000 als Chiffre für den Werft-Bauauftrag dieses Typs verwendet.
nach oben In der Literatur gibt es verschiedene Hinweise auf geplante oder angestrebte Verkäufe dieser Schiffe ins befreundete / verbündete Ausland. Die 4 ersten Schiffe sollten demnach an die Polnische Seekriegsflotte gehen. Diese und andere Lieferverhandlungen brachten aber kein Ergebnis.
       
1.5. Resümee: Die hochseefähigen und robusten Schiffe dieses Typs waren insgesamt gelungen und für ihre Zeit, also vom Ende der 1950er bis in die 60er Jahre, auch modern. Hervorzuheben ist in jedem Fall der Wohnkomfort für alle Teile der Besatzung.
  Die eingesetzte Technik war noch herkömmlich, den Möglichkeiten der DDR-Industrie entsprechend und beherrschbar. Störungen gab es natürlich, die sind bei der Konzentration von technischen Einrichtungen nicht ganz auszuschließen, aber es ging weder ein Schiff verloren, noch musste eines vorzeitig außer Dienst gestellt werden.
nach oben Ab 1972 ging dann die Ära „Krake“ zu Ende, in 3 Schüben wurden die Schiffe bis 1976 aus dem Dienst genommen. Schiffbaulich hätten sie sicher noch eine Zeit in Fahrt bleiben können, aber zum einen war mit der Zuführung der neuen Räumschiffe des Projekts 89.100 und des angelaufenen Baus des Projekts 89.200 einschließlich der eingesetzten Räumgeräte der „2.Generation“ kein echter Bedarf mehr vorhanden und zum anderen machten sich auch zunehmend Anlagenverschleiß und fehlende Ersatzteile bemerkbar.

2. Zu Schiff und Ausrüstungen

2.1. Vorbemerkungen:

Die nachstehenden Angaben beziehen sich in der Regel auf den Zustand bei der Indienststellung. Auf wesentliche und / oder bekannte spätere Veränderungen wird mit    auf Pkt.6. Modernisierungen / Modifizierungen verwiesen.
Zu Verdrängung/Deplacement: In Veröffentlichungen und Dokumenten gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angaben, z.T. ohne die klaren Definitionen lt. SSK / VM:

  • Deplacement-Überlast         = mit max. Minenzuladung und dadurch notwendigem Ballastwasser
  • Volldeplacement           Dv  = voll ausgerüstet mit 100% Betriebsstoffen und allen (normalen) Zuladungen
  • Normaldeplacement      Dk  = (auch Konstruktionsverdrängung) voll ausgerüstet mit 50% Betriebsstoffen
  • Standarddeplacement    Dst = (auch Typverdrängung) voll ausgerüstet seeklar inklusive Bewaffnung, Munition und Ausrüstung, aber ohne Bunker-und Zellenfüllung.
  Durch Modernisierungen (Auf- und Abrüstungen) gab es im Verlaufe der Zeit zwangsläufig Veränderungen:
nach oben
  • Vorgenanntes wirkte sich letztlich auch auf die Angaben zum Tiefgang und auch auf die Geschwindigkeit aus.
  • Die abweichenden Angaben werden im Folgenden mit  /// kursiv  gekennzeichnet.

2.2. Schiffbau:

      Silhouette: Backdecker mit Sprung im Vorschiff, abfallender Vorsteven mit Klappspiere, kompakte Aufbauten mit integriertem Schornstein, 4-Bein-Mast mit 3-teiliger Marsplattform und 2 Salings.
      Schiffbau: Schiffskörper Stahlbau vollgeschweißt, Sektionsbauweise, Dicke der Außenhaut 5-8 mm (Flach-Kiel 9-8 mm).
2-Schrauben-Eindeckschiff mit langer Back und partiellen Zwischendecks im Vorschiff (Spant 30-43, 44-47) und im Hinterschiff (Spant13-18), nach Längs- und Quer-/Rahmenspantsystem (47 Stück) gebaut, Heck-und Bugsektion in Volumenbauweise.
Achterschiff tunnelförmig, Spiegelheck, Vorschiff mit Knickspanten, Platten-Vorsteven, Schlingerkiele.
Doppelboden von Spant 18-30 und partiell von Spant 16-18.
Querspantabstände: 1.300 mm (Spant 1-16), 1.150 mm (Spant 16-18), 1.500 mm (Spt.18-30), 1.400 mm (Spant 30-47).
12 wasserdichte Schotte, 13 Abteilungen, partielle Querschotte bei Spant 32 und 35,5 bis zum Zwischendeck und bei Spant 43 (Kettenkasten) bis zum Oberdeck, Wallganglängsschotte von Spant 13-30 (Bunker-Zellen), zusätzliche Längsschotte Spant 13-18 (Getrieberaum, Wellentunnel) bis zum Zwischendeck.
Spant 44 Kollisionsschott 8-5 mm dick.

 

Abtlg. Spanten wesentliche Räume und Ausrüstungen:
  von - bis in der Stauung im Zwischendeck im Oberdeck
I Wulst - 4 Rudermaschinenraum, Nebelkammern -- --
II 4 - 7 Sperrlast, Notruder, Ballastwasser-Zelle -- --
III 7 -10 Proviant-/ Kühllast, Ballastwasser-Zelle -- --
IV 10 -13 Kabeltrommel, GA-Lasten, Ballastwasser-Zelle -- --
V 13 -18 Getrieberaum / Wellentunnel, Muni-Raum 3 (25mm) LI- (Leitender Ingenieur) u.LM- (Leitender Maschinist) Kammern, GA V-Leitstand --
VI 18 -22 Masch.-Raum I, Bb.Hpt.-Masch., Stb.-Getriebe, E-Werk I -- Werkstatt/E-Werk 3(vgl.2.5) an Stb.
VII 22 -26 Masch.-Raum II: Stb.-Hpt.Masch., E-Werk II -- Kombüse u. Hilfskessel an Bb.
VIII 26 -30 Masch.-Raum III: Stromversorgung für SKG, Schaltschrank MES   -- Sani-Raum, Offz.-Messe, Pantry, Handfeuerwaffen-Hellegat, s.u.
IX 30 -34 Muni-Raum 2 (25mm), Zünderlast, Kreisel-Raum Kammern 7-10 (Meister) Kammern 3 -6 (Offiziere)
X 34 -38 Horchraum, Hydroschacht, Muni-Raum 1 (85mm) Deck 6 und 7 Deck 3 und 4
XI 38 -41 Chemie- u. Steuermann-Hellegat, Kantinen-Last Deck 5 Deck 1 und 2
XII 41 -44 Artillerie-Hellegat,  Kettenkasten Ankerspill-Masch., Kettenkasten Mannschafts-Waschraum und WC
XII 44-Vorpiek Ballastwasser-Zelle (Trimm) Farbenlast Bootsmannslast
            oben alles an Bb.: Offz.-Sanitärräume sowie Kantine an Stb.

  

  Aufbauten ab Höhe Backdeck einschließlich Schornstein-Mantel und Mast aus seewasserfester Aluminium-Legierung AlMg 3 nach DIN 1725, zugeliefert vom Fachbetrieb „Alu-Bau Wismar“.
Nur das Achterdeck war bis etwa Spant 10,5 mit Holz beplankt, die übrigen Stahl-Außendecks hatten als Anti-Rutsch-Maßnahme Schweißwarzen, die Alu-Außendecks Lattengrätings.
nach oben Die Raumnutzung in obiger Tabelle entspricht der Zeit von der Indienststellung bis etwa 1963. Ab dann gab es deutliche Änderungen bei der Belegung der Wohndecks und Kammern sowie anderer Räume wie z.B.der Kantine (vgl. auch unter Ziff.3.).

2.3. Taktisch-Technische Daten:

Verdrängung Überlast: 830 t   ///  891 t ?
  voll: 741,8 t   ///  741 t  bei Standardverdr ?.; 740 t;  737 t;  752 t
  normal: 676,7 t   ///  642 t , konstr. 645 t ; Leergewicht ? 650 t ; 676 t
  Typ: 553 t  
Länge über alles: 66,10 m  
  zwischen d. Loten: 63,00 m  
Breite ü.a.(Scheuerleisten): 8,60 m   ///  8,62 m
  über Spant i.d. KWL: 8,40 m  
Tiefgang bei Vollverdrängg.: 2,52 m   ///  2,50 m max. ;   2,53  m ;    2,54 m ;   2,55 m
  bei Normalverdr.: 2,40 m   ///  konstr. 2,30m ;  bei halber Zuladung 2,31 m
  bei Typverdrängg.: 2,20 m  
Höhen Seitenhöhe: 3,90 m (Kiel bis Oberdeck)
  gesamt: 24 m (Kiel bis Mast-Topp) ohne Antennen   ///  27,00 m
Vorräte Diesel-Kraftstoff: 79,8 t bei 85% Bunkerfüllung / davon 75,8 t nutzbar
  Heizöl: 4,45 t  
  Motoren-Öl: 2,8 t   /// 3,1 t
  Getriebe-Öl: 8,3 t (davon 4,15 t Vorrat)   /// 7,5 t
  Kesselspeisewasser: 4,35 t  
  Trinkwasser: 36 t   /// 38,2 t ;  39 t
Geschwindigkeit max.: 17 kn   /// 16,5 kn ;   16 kn ;                 14  kn  max
  Marsch: 14,5 kn   /// 14 sm = ökonomische V ;   12  kn = ökonom. V
Reichweite:   2460 sm   ///  3700 sm bei ökonom.V; 3000 sm bei ökonom.V; Aktionsradius 1480 sm
Autonomie:   14 Tage mit o.g. Vorräten und Proviant bei Kriegsstärke
Einsatz möglich bis: Wind 11   Fahrtzulassung: 9
    See 8   Fahrtzulassung: 7    ///  Einsatz möglich bis 10
  Scholleneis 5 cm   Fahrtzulassung: 5 /10
statischer Kenterwinkel: 56 °  
sonstiges: Ballast bis: 77,17 t   /// 80,8 t
  Schmutzwasser bis: 1,75 t  
nach oben      

2.4. Antriebs-und Ruderanlage:

Hauptmaschine: 2 x 6 KVD 43 A [ 6Zylinder-Kurzhub-Viertakt-Diesel-430mm Kolbenhub] mit Abgasturbinen-Aufladung (DMR) [Bild], Anlassen und direkt umsteuern mit Druckluft 30 atü.
Je Maschinenraum 2 Luftflaschen á 400 l mit 30 atü.
Vom VEB Schiffselektronik Rostock  wurde Anfang der 60er Jahre die Fernsteuermöglichkeit dieser Maschine untersucht, über praktische Versuche  ist nichts bekannt, Realisierungen auf „Krake“ nicht erfolgt.
Leistung: 2 x 1.200 PS / ~ 882,5 kW bei 520 U/min Dauerleistung
  2 x 1.400 PS / ~1.029,5 kW bei 600 U/min max.1 Std.
Kupplung: zwischen Hauptmaschine und Zwischenwelle vor Getriebe, nur manuell zu betätigen. [Bild]
Berichte über starre Verbindungen können sich bestenfalls auf Einzelfälle bei Störungen oder / und zeitweise fehlende Ersatzteile beziehen.
2 Untersetzungsgetriebe: Verhältnis 1:1,77 / 600:340 U/min, einstufig mit schrägverzahnten Stirnrädern, eigene Schmieröl- und Kühlwasserpumpen.
2 Schwanzwellen: mit Stevenrohr und Wellenbock
2 Propeller: 1.800 mm Durchmesser
2.070 mm Steigung H                                 /// 2.010 mm ;  2.020 mm
3 Flügel
Stb. bei „voraus“ rechtsdrehend, Bb. entsprechend links [Bild]
2 Balance-Ruder: Jeweils gegenüber den Schwanzwellen leicht in Richtung Schiffsachse versetzt (für Ein-/Ausbau der Schwanzwellen).
  Hauptabmessungen H 1.500mm x B 1.000 mm
nach oben Knopf-Steuerung umschaltbar, von Brücke oder Peildeck oder Reservesteuerstand auf dem Durchbaudeck.

2.5. Stromerzeugung:

E-Werk 1: Hauptschalttafel I
1 Dieselgenerator-Satz mit Motor 4 NVD 26, 120 PS / ~88 kW bei 750 U/min (DMR)
  und Drehstrom-Synchron-Generator  80 kW, 100 kVA,
anlassen mit Druckluft 30 atü.
E-Werk 2: Hauptschalttafel II
2 Dieselgeneratoren je mit Motor 3 NVD 26, 90 PS / ~ 66 kW bei 750 U/min (DMR) [Bild]
  [„Krake“ 3001-3004 dafür 2 Motore 4 DV 224, je100 PS / 73,5 kW bei 750 U/min (Buckau-Wolf) ]
 und Drehstrom-Synchron-Generator  64 kW, 80 kVA,
anlassen mit Druckluft 30 atü, Parallelbetrieb war möglich und wurde auch oft gefahren.
E-Werk 3: Hauptschalttafel III  in der Werkstatt / Notdynamoraum an Oberdeck
1 Notstrom-Dieselgenerator mit Motor 4 NVD 14, 40 PS/~29 kW bei 1.500 U/min (Schönebeck)
nach oben   und Drehstrom-Konstant-Spannungsgenerator 24 kW, 30 kVA.
Elektro-Starter mit eigener Starterbatterie im gleichen Raum.
2.6. Hilfs-Dampfkessel: Zur Erzeugung von Dampf für: [Bild]
 
  • Beheizung aller Räume unter Deck                   
  • Frischwassererwärmung (Waschen, Duschen)  
  • Anwärmen von Motoren und Verbrauchsbehältern, Auftauen der Seekästen, Auskochen von DK- und Ölbunkern, Heizölbunker-Heizung,
  • Feuerlöschanlage im Kesselraum.
nach oben Kesseltyp: Stehender Doppelrohr-Rauchrohrkessel Typ SHK 102 ; Ölbrenner mit Gebläse ; 1,43 m² Heizfläche ; Leistung 200 kg/h ; Betriebsdruck 4 atü (Bau-Nr. 3009 + 3010: 6 atü).
2.7. Feuerlöschausrüstung:
  • Seewasser-Löschsystem bestehend aus Löschwasserpumpe (40 m³/ h, 80 mWS), Deckspül-/Reservelöschwasser- Pumpe (10 m³ /h, 40 mWS), Rohrleitungssystem mit über das Schiff verteilten Abnahmestellen (auch auf dem Peildeck) sowie Speisung der Sprinkler-Anlagen in den Muni-Räumen und der Zünderlast, 8 Stück 10m- und 8 Stück 5m-Feuerlösch-C-Schläuchen sowie 10 Strahlrohren.
  • Gasfeuerlöschanlage (zuerst mit Pyrexin, dann mit Chlorbrommethan) mit 3 Verteilergruppen für die Maschinenräume sowie Getrieberaum und Wellentunnel.
  • Handfeuerlöscher : 20 Stück Trocken- (Pulver-), 15 Stück Schaum-, 12 Stück CO2-.
nach oben
2.8. Ankereinrichtungen:
  • Anker-und Verholspill auf der Back mit E-Antrieb und Spill-Spaken für den Notbetrieb. [Bild]
  • 2 „Gruson“-Patent-Buganker je 800 kg (vom VEB Schwermaschinenbau „Georgi Dimitroff“ Magdeburg ) in Decksklüsen (sog. „Schweinsrücken“) mit je 8 Längen zu 25 m Ankerstegkette von 28 mm Glieddicke.
    Bei nur einem vorhandenen Ankerspill war auch nur stets ein Anker klar (Kette vom Anker über Spill in den Kettenkasten). Zwecks gleichmäßiger Kettenbelastung erfolgte ein monatlicher Wechsel, Stb.-Anker an ungeraden Monaten, Bb.-Anker an geraden Monaten klar.
  • 1 Heck-„Gruson“-Stockanker (vom selben Hersteller) mit 300kg, davon der Stock rd. 80 kg, unklar am Bb.-Schanzkleid des Achterdecks, für den Einsatz 100 m Trosse an Bord. [Bild] [Bild]
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2.9. weitere Ausrüstungen: Auf die an Bord vorhandenen weiteren Anlagen und Einrichtungen z.B. zur Schiffsführung, die Be-und Entlüftungen, die Kühlanlage, die diversen Pumpen oder die Beleuchtungs-, Signal- und Alarmanlage wird hier nicht besonders eingegangen. Nur etwas zur Abkürzung NSA (NachtSignalAnlage, auch -Apparat): 3 Doppel-Leuchten stets an der achteren Bb.-Rahe gefahren mit farbigen Gläsern (von oben nach unten blau/rot, grün/rot, grün/weiß) zum Setzen farbiger Lichter entsprechend der Seeverkehrsordnung oder zur Befehlsübermittlung bei Dunkelheit; v.g. Farbenfolge war offenbar nicht konstant. Der Geber befand sich auf dem Peildeck. [Bild]
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2.10. Rettungsmittel:
  • 2 Kutter K 10 komplett mit Takelage der Firma E. Neumann, Berlin-Rahnsdorf  [Bild] [Bild] [Bild
  • 6 Stahlblechflöße für je 6 Personen in 2 Stapeln auf dem Bootsdeck bei der Indienststellung bis zur 1.Modernisierung ab ca.1959 [Bild], Ersatz durch 3 Rettungsflöße Typ B12 (nach TGL 9825) für je 12 Personen, jeseits 1 Stück auf der Back und 1 auf dem Bootsdeck. [Bild]  
  • 2 Schlauchboote je 3,16m x 1,34m, Typ SB 2
  • 10 Kork-Rettungsringe 70 cm Durchmesser, davon 8 mit Leuchtbojen.
  • persönliche Schwimm-/ Rettungsweste, im Verlaufe der Zeit verschiedene Ausführungen [1957: Aufblasbare Schwimmwesten aus schwarzem Gummi (Gummi-Werk Leipzig) mit Batterie-Pfeife und Druckluftflasche].[Bild]
nach oben Genau besehen waren sowohl die Kutter als auch die Blechflöße nicht in jeder Situation ein  Rettungsmittel, z.B. bei größerer Krängung wäre mindestens ein Kutter nicht ausschwenkbar und das manuelle „Kurbeln“ durch mindestens 2 Mann war zeitraubend. Das Zuwasserbringen eines der aufgestapelten Blechflöße von 179 kg Einzelgewicht evtl. noch über Kutter, Reling und Schanzkleid wäre fast ein Alle-Mann-Manöver gewesen. Möglicherweise war für diese letztlich auch nur  „Aufschwimmen“ vorgesehen.

3. Besatzung:

Bei den fahrenden Einheiten der (Kriegs-) Marinen wird allgemein zwischen Friedens- und Kampf-(Kriegs-)Sollstärke unterschieden. Darüber hinaus können sich im Verlaufe der Dienstzeit eines Schiffes infolge Modernisierungen von Bewaffnung und Ausrüstung und / oder verändertem Einsatzzweck mehr oder minder deutliche Besatzungsstärken-Veränderungen ergeben.

Es ist daher durchaus normal, daß betreffs „Kraken“ in der Literatur hierzu unterschiedliche Angaben auftauchen, allerdings leider meist ohne die zugehörige Bezugsbasis. Diese kann sein:

Bekannt sind die Besatzungsstärken für die nachstehenden Konzeptionen:

  Kojen plus
Reserve
lt. Projekt als
3-Wachschiff
realisiert als
2-Wachschiff
ab ca. 1966 Schulschiff
1962-63
Quelle nicht mehr bekannt
fest Zurr-
Offz. 10 -- 2 10 6 4 (5)   5
Meister 15 -- -- 12 11 5   15
Maate 11 4 -- 15 15 12  
Gasten 33 22 8 47 46 42   55
gesamt 69 26   Frieden   84 78 63 (64) ca. 30-35 Stammpersonal normal  ca.75
  95 10 Krieg       95     Kampfstärke 83

Die in der Literatur zumeist genannte Anzahl von 38 ist damit als Allgemeinwert für alle 10 Schiffe nicht nachvollziehbar und indiskutabel .

Von einer Aufschlüsselung auf die einzelnen Gefechtsabschnitte (GA’s) wird abgesehen, da die v.g. Zahlen lediglich Soll- bzw. Anhaltswerte darstellen. Es gab wohl zu allen Zeiten Personalengpässe, insbesondere bei Maaten und Meistern, was gezwungenermaßen zu offenen Stellen oder Besetzungen mit niedrigeren Dienstgraden gezwungenermaßen führte. Andererseits führte die deutliche Reduzierung insbesondere der Meisterplanstellen in der späteren Zeit zu einer Umverteilung in der Decks- und Kammernbelegung und einhergehend damit zum geringeren Bedarf an Zurrkojen. [Bild Rollkoje]

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4. Bewaffnung

4.1. Artillerie:

1 x 85mm L/52 Typ 90K: Universalgeschütz, sowjetischer Konstruktion („K“= Marineversion, von Heeresflak abgeleitet),1941-46 in großen Stückzahlen produziert, in der sowjetischen Marine auch Zwillings-Version. [Bild]
  Richten und Laden manuell
  Höhenrichtbereich -5° bis +85°,
  Seitenrichtbereich (auf „Krake“) 0 -145° Stb. und 0 -145° Bb.
  max. Schußweite 15.500 m
  max. Schußhöhe 10.500 m (bei +85°)
  Feuergeschwindigkeit: max. 18 Schuß / min                      /// praktisch 15-18 Schuß/min
  8 Mann Bedienung + Geschützführer (Ari-Maat) + 1 Mann im Muni-Raum, [weitere Info]
  Schutzschild 12 mm Dicke (Türen/Klappen 8 mm) genietet.
Kampfsatz: 198 Granatpatronen (50% Pz.Br., 50% Spl.Spr.), davon bis 18 Stück im Bereitschaftsspind an Deck.
    Artillerie-Entfernungsmeßgerät 2m2RL: Sowjetische Lieferung, Konstruktion aus der Zeit des 2. Weltkrieges oder kurz danach;
optische Entfernungsmessung auf 2-m-Basis, Seiten-Richtbereich 360° [Bild];
Weitergabe der Meßwerte per MGF (Manöver-Gefechts-Fernsprecher) oder Sprachrohr.  
  Außer „Krake“-Modellen gibt es zu den Gerüchten einer 57mm SIF-31B statt der 85mm an Bord  bisher keinerlei Belege für einen tatsächlichen Einsatz auf einer „Krake“, auch nicht kurzzeitig versuchsweise. Offensichtlich hat man nach den schlechten Erfahrungen mit den beiden „Habichten“( Bau-Nrn. 2008 und 2009) generell von diesem Vorhaben Abstand genommen. [siehe auch hier]
       
5 x II-25mm L/79 Typ 2-M-3:
                   ///  L/80
Universalgeschütz, sowjetischer Konstruktion, Entwicklung ab 1949, Einführung 1954, dann Standardwaffe in allen verbündeten Flotten. In den entsprechenden Dokumenten wird die konstruktiv verbesserte Version 2-M-3 110 PM als die auf „Kraken“ eingesetzte Waffe aufgeführt. [Bild]
  Richten elektro-hydraulisch, kombiniertes Kreiskorn/Kammervisier,
  Höhenrichtbereich -10° bis +85°
  nur die vordere Waffe auf dem Brückenvorbau hatte einen großen Seitenrichtbereich von 120° nach Stb. und Bb.,
  Verschuß von gegurteter Munition aus Gurtkästen mit 65 Granatpatronen, Gurtmaschinen in Waffennähe.
  max. Schußweite 2.800 m
  max. Schußhöhe 2.800 m (bei +85°)
  Feuergeschwindigkeit: max. 270-300 Schuß / min theoretisch, praktisch 120-130
  Schutzschild 4 mm Dicke.
  2 Reserve-Läufe für jede Waffe an Bord.
Kampfsatz: 680 Packgefäße mit je 22 Granatpatronen in 2 Muni-Räumen, damit insgesamt 14.960 Schuß (9.860 Spl.Brd.und 5.100 Pz., durchweg mit Leuchtspur), somit für jede Waffe mehr als 2.900 Schuß.
In amtlichen Dokumenten werden auch z.T. 440 Packgefäße mit je 34 Granatpatronen angegeben. Diese Angaben können von Zeitzeugen für den Einsatz auf „Krake“ nicht bestätigt werden (ca.50% mehr Gewicht beim manuellen Transport an Bord, Abmessungen der Aufzüge und Durchreichen und sicherer Verstau in den Muniräumen nur nach Umbau).
nach oben Zur oft geäußerten Meinung einer weiteren, sechsten Waffe achtern vom Schornstein: Im Rahmen der Projektierung wurde die Möglichkeit vorgesehen und auch beim Bau eine Nachrüstung vorbereitet (Elekto-Anschluß und Waffenbefestigungen). Eine offizielle Nachrüstung, auch kurzzeitig z.B. für Manöver, ist aber nicht bekannt. Lediglich im Rahmen einer Mob.-Übung wurden einmal die notwendigen Handlungen für die Anbordgabe durchgespielt.

4.2. U-Boot-Abwehr (UAW):

U-Boot-Suche / Ortung: Sowjetische hydroakustische Anlage (Sonar) „Tamir 11“ → siehe Abschnitt 5.6.!
Wasserbomben-Werfer:
(Wabo-Werfer)
  • kurzzeitig 2 Stück Typ „BMB-1“ (russ. „БоМБомет“=(Wasser-)Bombenwerfer) [Bild], Konstruktion aus dem 2.Weltkrieg, auf einer Mulde mit Stempel wurde die Wabo verzurrt und das Ganze mittels Treibladung aus einem Mörser Kaliber 107mm  verschossen,
    fester Schußwinkel von 45° querab,  Schußweiten 40, 80, 110 m, Schußintervall 3 Bomben /min  
    Je Werfer 1 Nachladegestell für je 2 Wabo. [Bild]
  • 2 Stück des sowjetischen Typs „BMB-2“ [Bild], Mörser-Konstruktion Kaliber 433,5 mm für die Wabo „B-1“ : Auf dem Durchbaudeck zum Verschuß 90° querab mit festem Schußwinkel von 45° eingebaut, Schußweiten 40, 80, 120 m. [Bild]
    Je Werfer 1 Nachladegestell für je 3 Wabo.    
    Die Angaben zum Schußintervall „4 Bomben in 24 s“ dürften kaum den realen Bedingungen auf  „Krake“ entsprochen haben und setzten wohl auch einen bereits geladenen Werfer voraus (Nachladegestell nur 3 Wabo).
Wabo-Einzellager: Auf dem Achterdeck beiderseits 3 muldenartige Auflager, durch Ankippen wurde die Wabo durch die Schanzkleidpforte außenbords gerollt. [Bild]
Wabo-Abrollgerüste (Racks): Die Gerüste wurden unter der Bezeichnung „Faßverladeeinrichtung“ entwickelt und für je 6 Wabo hergestellt, vorgesehen zum Verschrauben auf dem Achterdeck unter Nutzung der Minenschienenbefestigungen; das bedeutete entweder U-Jagd oder Minenlegen.
Ein tatsächlicher Einsatz an Bord ist nicht bekannt, auch nicht wie und wo diese im Stützpunkt eingelagert wurden.
Wasserbombe „B-1“: Kaliber / Durchmesser 430 mm, Länge 712 mm, Gewicht 165 kg, davon Ladung 135 kg TNT, Mantel aus 1,2 mm Stahlblech, Einsatztiefe 15 -100 m, Sinkgeschwindigkeit 2,3 …2,5 m/s, hydrostatischer Druckschalter als Zünder.
Kampfsatz: 16 - 28 Stück    
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4.3. Minenausrüstung: 2 x 28 m Schienen + ca. 4 m Querschiene als Weiche, die Schienen wurden als ca. 2,5 m-Schüsse an Bord mitgeführt und erst bei Bedarf auf Deck verschraubt, Standard-„Spurweite“ (innen) 575 mm (Minen außen 560 mm).
  2 Heck-Wurfstellen.
max. Zuladung:
  • Ankertauminen (ATM)                       40 M 08/39  oder  84 JAM   oder  20 KB
  • Grund-Fernzündungsminen (GFZM)   32 KMD-2-500  oder 18 KMD-2-1000

[siehe auch hier]

nach oben Obwohl bereits seit 1952 der Einsatz von Seeminen operativ vorbereitet worden ist und seitdem fast alle Neubau-Schiffstypen zum Minenlegen ausgelegt waren, gab es bis zum Ende der 1950er Jahre nicht einmal ausreichend Übungsminen. Erst Ende 1961, angesichts der Zuspitzung der internationalen Lage, erfolgten seitens der Sowjetunion die überfälligen, mehrfach angeforderten Lieferungen einer großen Anzahl aller Minentypen.

4.4. Minenräumausrüstung:

Vorbemerkungen: Sofern nicht anderes vermerkt, handelt es sich bei der nachstehenden Minenräumtechnik durchweg um erprobte und bewährte Geräte aus der Zeit des 2.Weltkrieges, zumeist deutschen Ursprungs. Auf der Grundlage noch vorhandener Geräte, Teilen davon und Zeichnungen wurden Anfang der 50er Jahre zunächst die Räumgeräte für die RPi und die MLR Typ „Habicht“ nachgebaut. Diese Technik wurde danach nur unwesentlich modifiziert und bis Mitte der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre eingesetzt.
Schiffseigenschutz:
  • MES-Anlage (Minen-Eigen-Schutz-):
    Bestand aus 3 Induktionsschleifen innerhalb des Schiffskörpers als Schutz gegen Fernzündungsminen (stromdurchflossene Kabel neutralisieren das Eigen-Magnetfeld des Schiffes).
    In der AO Nr. 43/64 des CVM (Chef Volksmarine) z.B. waren die Grundsätze der magnetischen Vermessung bzw. Behandlung geregelt. Danach war für Schiffe und Boote mit MES-Anlage nach Ablauf von 12 Wochen die regelmäßige Vermessung zwingend vorgeschrieben, unabhängig davon sofort für alle Neuindienststellungen, nach Werftliegezeiten und Havarien sowie nach Elektro-Schweißarbeiten. Das Vermessen und Behandeln (Kompensieren) erfolgte dann in  Lauterbach. Später wurden wohl Möglichkeiten zumindest zur Vermessung in den Flottillen geschaffen.
  • Bugschutz-Ausrüstung bestehend aus:
    • Klappspiere am Vorsteven                                                                       
    • 2 Geräuschbojen-Turbine (G.B.T.), im Jargon „Rabatz-Boje“ [Bild       
    • 2 Räumottern (Otter-RäumGerät O.R.G.) [Bild]                                     
    • beiderseits 1 Backspiere (an Brückennock) zum Ausbringen v.g. Geräte.   
    Die 2 Gerätetypen wurden sowohl einzeln als auch kombiniert gefahren.  Während die G.B.T.’s stets auf der Back verstaut waren, wurden die O.R.G. auch unter den „Otter“-Kränen gefahren (siehe unter mechanische R.-Geräte).
Elektromagnetische
                          Fernräumgeräte:
  • SKG- 55 (SchwimmKabelGerät-), hergestellt vom VEB Kabelwerk Oberspree bestehend aus:
    • Schwimmkabel selbst, an Bord auf einer Kabeltrommel von ca. 3 m Außendurchmesser und ausgebracht ohne Elektrode mehr als 700 m lang, Ursprung ist das englische LL-Gerät (LongLine-) aus dem 2. Weltkrieg.
    • 2 Dieselgeneratoren zur Erzeugung von 220 V Gleichstrom, je mit Motor 8 KVD 21 A 9, 480 PS / ~353 kW Dauerleistung bei 1400 U/min, kurzzeitig 530 PS / ~389 kW (IFA Johannistal / Ludwigsfelde) und Gleichstromgenerator 440 kW.  
  Das SKG wurde mit Impulsen gespeist, die über der Leistung der Motoren lagen. Eine Schwungscheibe von 2 t Masse mußte für diese Phasen die im Leerlauf gespeicherte  Energie liefern. Für diese Betriebsweise waren die Motoren nicht konzipiert und fielen daher oft aus. Sie neigten überdies auch zum Übertouren im Leerlauf.
 
  • HFG-24 m (HohlstabFernräumGerät-), zwar bereits vorhanden, aber Verwendung dieses Schleppgerätes bei „Kraken“ erst ab ca. Mitte der 60er Jahre nach Abrüstung des SKG-55. [Bild]
Akustische Räumgeräte:
  • GBT zählt zu dieser Kategorie, genauer „akustische Fernräumgeräte“, aber dürfte wohl ausschließlich zum Bug-Eigenschutz eingesetzt worden sein (siehe oben).
  • BAT-2 (russ. „Баржевой Акустический Трал“, etwa als „Akustisches Schwimmkörper-Räumgerät“ zu übersetzen), sowjetische Konstruktion, ab ca. Mitte der 60er Jahre jeweils nur noch 1 Stück an Bord, allgemein als Ersatz für die GBT bezeichnet, allerdings nicht mehr als Bugschutz.  [Bild
Mechanische Räumgeräte:
  • SDG / M und SDG / R (ScherDrachenGerät / M für M-Boote, R für R-Boote) [Bild], dazu an Bord:
    • 2 Scherdrachen M     [Bild],  2 Scherdrachen R,
    • 2 Schwimmkörper M [Bild],  2 Schwimmkörper R [Bild],
    • 1 T.S.G.-Drachen (TiefenSuchGerät-Drachen)       [Bild].
  • ORG, dazu an Bord:
    • 2 Räumottern, siehe unter Bugschutz,
    • 1 T.S.G.-Drachen, siehe unter SDG/M,
    • 2 Spurbojen
  Zur Umrüstung oder Aussonderung der v.g. Technik gibt es keine befriedigenden Aussagen, zumal diese Maßnahmen über einen längeren Zeitraum und bei 10 Schiffen erfolgten. Fotos lassen überdies den Schluß zu, daß offenbar ab ca.Mitte der 60er für die Räumtechnik keine zwingenden Verstauvorgaben mehr vorlagen. Fotos besitzen daher nur bedingte Aussagekraft.
Zugehörige Anlagen und
                             Ausrüstungen:
  • Räumleinenwinde mit 2 Seiltrommeln und 4 Spilltrommeln, als Oberteil waren entweder 2 weitere Seiltrommeln oder ein Schlitten mit Rollenführung für das SKG aufsetzbar. Erstere Möglichkeit wurde ab Ende der 50er Jahre nicht mehr genutzt. [Bild]
    Gleichstrom-Antriebsmotor 220 V, 33 kW unter Deck, Fahrschalter mit 13 Stufen, Zugkraft max. 2 x 3.000 kg, Einholgeschwindigkeit  bis 19,5 m/min.
  • 2 „Otter“-Kräne, manuelle Betätigung von Hub und Schwenk.
  • 10 Tragebojen,
  • 4 Kennzeichnungsbojen.
  • sog. Räumkreuz, auf den unteren vorderen Rahen je Seite 1 sowie im Topp 1 grüne Leuchte lt. internationalen Vorschriften für das nächtliche Minenräumen; später evtl. Änderungen.  
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4.5. Nebel-Anlagen: Beiderseits 1 Anlage bestehend aus 1 Chemikalien-Behälter unter Deck kurz vor der Heckwulst [Bild] und Sprühdüsen neben dem „Otter“-Kran. [Bild]
  Ein tatsächlicher Einsatz dieser Anlagen ist nicht belegt. Später kamen für Übungen Nebelfässer an Bord, obwohl v.g. Anlagen noch vorhanden waren.
4.6. Handfeuerwaffen:
  • Pistolen für jeden Offizier und 1 für den Sanitäter,
  • MPi „Kalaschnikow“: Anzahl ist nicht bekannt, geschätzte Größenordnung etwa 20 Waffen (für ca. ⅓ der Unteroffiziere und Mannschaften). Diese MPi wurde bekanntlich erst 1959 in der NVA eingeführt, d.h., bis zum nicht bekannten Austausch-Zeitpunkt waren ab der Indienstellung die MPi 41(PPSH-41) und der Karabiner „Mosin-Nagant“ K 44 (mit dem abklappbaren Bajonett) an Bord.
  • 4 Signalpistolen.
  • Munition für v.g. Waffen.
nach oben Maschinengewehre oder Handgranaten waren nicht an Bord.
   

5. Elektronische Ausrüstung

5.1. Funktechnik Wegen Geheimhaltung und der daraus resultierenden Abschottung dieser Technik dürften sicher nur wenige Eingeweihte hierzu verläßliche Angaben machen können. Sehr wahrscheinlich gab es während der Dienstzeit der Schiffe einige „Generations-Wechsel“ bei dieser Technik, die dann unauffällig während der WLZ (= WerftLiegeZeit) durchgeführt wurden.
  Es ist somit nicht möglich, die Vielzahl der in unterschiedlichen Dokumenten aufgeführten Geräte und Typen in einen zeitlichen Ablauf zu ordnen. (Typbezeichnungen mit R 6xx weisen auf sowjetische Lieferungen hin).
  Nachstehend die z.T. mit dem Foto belegte Ausrüstung in der Zeit von etwa 1963-1972:
1 = Grenz-Kurzwellenempfänger EKN vom VEB Funkwerk Köpenick mit hoher Empfindlichkeit und Frequenzkonstanz zum Empfang von Telegrafie- und Telefoniesendungen, geschützte Ausführung für den Einsatz auf Schiffen.
    Frequenzbereich 1,5 … 24 MHz
    Betriebsarten A1 – A4
    Stromversorgung 220 V ~
2 = Netzteileinschub mit Umformer der SEG-15
3 = Sende-/ Empfangseinschub SEG-15, KW-Sende und Empfangsgerät vom VEB Funkwerk Dabendorf ; produziert ab 1959.
      Frequenzbereich 1,5 – 12 MHz
      Sendeleistung 15 W
      Betriebsarten Sender A1, A3 ; Empfänger A1-A3
      Stromversorgung 220 V ~ / 12 V =
    Die SEG-15 war für den Notfall / Notbetrieb vorgesehen, dafür gab es auch eine gesonderte 12 V-Batterie auf dem Backdeck direkt vor den Funkräumen [Bild].
  4 = Netzteileinschub des SS-100
  5 = Sendeeinschub des Grenzwellen-/ KW-Senders SS-100 vom VEB Funkwerk Köpenick, produziert ab 1957.
      Frequenzbereich 1,2 – 12 MHz
      Sendeleistung 100 W
      Betriebsarten A1 – A3
      Stromversorgung 220 V ~
  nicht im Bild:
   • AWE (Allwellenempfänger) WOLNA K aus sowjetischen Lieferungen, produziert in Kirov ab etwa 1959 in verschiedenen Varianten. [Bild]
      Frequenzbereich 12 kHz – 23 MHz
      Stromversorgung 220 V ~
   •  Sender R 644 Lyra (lt. Zeitzeugen: „…sah aus wie ein 3-etagiger Kachelofen und war in der Lage, den Funkraum zu beheizen…“).
      Frequenzbereich 1,2 -12 MHz
      Sendeleistung 250 W lt. Werk, erreichbar bei optimaler Antennenanpassung bis zu 650 W.
   •  2 UKW-Anlagen R 609 AKAZIA
      Frequenzbereich 100 – 150 MHz
      Sendeleistung 6 W
      Anzahl der Kanäle 4 quarzstabilisierte Festfrequenzen
      Betriebsarten AM
      Stromversorgung 220 V ~
    Eine Station konnte auch von der Brücke aus bedient werden und wurde z.B. bei Verbandfahrten benutzt.
  Daß in dem vorgenannten Zeitraum alle 10 Schiffe mit den aufgezählten Funkgeräten ausgerüstet waren, kann z.Z. nicht belegt werden.
  Antennen:
   -  für die KW-Sender die Langdrahtantennen von der Stengenrahe nach vorn unten zur Brücke
   -  für die KW-Empfänger die Langdrahtantennen von der Stengenrahe nach achtern zur Spreize am Schornstein
   -  die beiden UKW-Antennen an Stb. und Bb. der Stengenrahe. [Bild]
         
  Die nachstehenden, in Dokumenten aufgeführten weiteren Geräte können derzeit weder zeitlich noch bestimmten Schiffen zugeordnet werden:
   -  100 W- Kurzwellensender Typ 1514 2A3, Baujahr 1956 vom Funkwerk Köpenick
   -  100 W- Mittel-/Grenzwellen-Sender Typ 1510 1A3, Baujahr 1955, FW Köpenick
   -  AWE (Allwellen-Empfänger), Baujahr 1955 vom Funkwerk Dabendorf
   -  UKW-Anlage Typ 1445.5 A 97 vom Funkwerk Dresden
   -  UKW- Sender+Empfänger R 619 (UKW-Sprechfunk-Anlage)
         
nach oben Besonderen Dank an Jochen Kraft für die detaillierten Informationen und das Fotomaterial:

 

5.2. Funkmeßanlagen (Radar) So wie der Funk hatte auch der Funkmeß-Abschnitt einen separaten Raum in der Brücke. Im HBS befand sich lediglich ein Tochter-Bildschirm der KSA V. [Bild]
 
  • KS 1 b

Eine Navigations-Funkmeßanlage aus DDR-Produktion, die serienmäßig erstmals auf den „Kraken“ ab deren Indienststellung und auch nur auf diesen Schiffen eingesetzt wurde [Bild] (einziger weiterer bekannter Einsatz im Bereich SSK / VM nur 1957 auf dem SHD-Logger „Johann L. Krüger“). Die Herstellung lief offenbar bereits Anfang der 60er Jahre aus, Gründe sind nicht bekannt. Aber aus dem Folge-System KSA mit einigen Modifikationen können schon Rückschlüsse gezogen werden.
Bekannt ist zumindest bei den Seestreitkräften auch nur eine Versuch-/ Erprobungsinstallation auf dem „Habicht“ 2008 [Bild], eingebaut frühestens im 2. Halbjahr 1956. Es hat sich evtl. dabei um die KS 1a gehandelt. So ist dann nicht verwunderlich, daß auf Fotos von ersten Werft-Erprobungen die obere Saling der „Krake“ noch leer ist [Bild].
Sendefrequenz:    ?
Reichweite      :    ?
Schlitz- Reflektor in Kreissegment-Form („Käse-Form“), Hornstrahler fast nicht sichtbar.
Der Hohlleiter führte von der oberen Saling genau senkrecht direkt bis in den Funkmeß-Raum. 
 
  • KSA V

(auch KSA 5) KollisionsSchutzAnlage, ebenfalls eine DDR-Produktion und die „5“ (Modell/Serie) weist immerhin auf einen höheren Entwicklungsstand hin. Andererseits muß die o.g. KS 1b im wesentlichen ihren Zweck erfüllt haben (zumal noch „Sarnitza“ an Bord), sonst wäre wohl die Ablösung weit früher erfolgt und so wahrscheinlich erst wegen Ersatzteil-Problemen. Die Anlagen blieben bis zur Außerdienststellung der Schiffe an Bord [Bild].
Sendefrequenz: 3 cm-Band
Reichweite      : 1,5 –15 sm  (bis ca. 30 km)
Reflektor aus Alu-Blech in Parabol-Segment-Form, seitlich spitz auslaufend [Bild], Hornstrahler weit vorragend.
Die Hohlleiterführung analog KS 1-B.
  Zur Information: Die o.g. Anlagen wurden im VEB RFT Funkwerk Köpenick entwickelt und produziert.
Die Entwicklungsreihe: KS 1a → KS 1b → KSA 3 → KSA 5. Werksbezeichnung für letztere = „Schiffs- Radaranlage FSG 350“.
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  • Sarnitza

(auch „Sarniza“, dtsch.= Wetterleuchten; NATO-Code „Skin Head“), aus sowjetischen Lieferungen, lt. westlichen Quellen seit 1950/51 im Einsatz und Nachbau des amerikanischen SO-Radars.
Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar zur Bestimmung der Entfernungen und Kurse aufgefaßter Ziele, kleine Abmessungen (Drehkreis des Parabolspiegels nur 60 cm Durchmesser) und geringes Gewicht,  bis zur Außerdienststellung der Schiffe an Bord [Bild].
Sendefrequenz: 10 cm-Band  (E-Band?)
Impulsfrequenz: 400 Hz
Sendeleistung  : 80 kW
Reichweite      : bis 50 sm   // (mind. 35 sm?)
Charakteristisch die oben abgerundete Kuppel.
Hohlleiter nur bis zum Frequenz-Umformer auf der unteren Saling.
5.3. Freund-Feind-Erkennung FFK, in westlichen Flotten IFF
 
  • Fackel

(russisch = ФАКЕЛ) Drehbare vertikal-polarisierte „Yagi“-Antenne mit 5 Elementen auf einem waagerechten Tragestab. Funktion wie „Nickel“ siehe NICHROM. Aus sowjetischen Lieferungen und zur Zeit des Einsatzes auf „Krake“ offensichtlich bereits technisch völlig überholt. (NATO-Code „Yard Rake“).
In den SSK erstmals mit der Indienststellung der 2 KSS Typ 50 / “Riga“ 1956 [Bild], Da diese Schiffe aber zusätzlich noch  eine Ringdipol-Antenne (sehr ähnlich der „Rym“ oder identisch) führten, dürfte diese die Funktion der späteren „Chrom“ erfüllt haben. Unklar ist noch, ob „Fackel“ die Bezeichnung für das gesamte System, oder nur, wie oben, für diese Antenne, war. Auf jeden Fall handelt es sich  um das FFK-System, das von NICHROM abgelöst wurde.
 
  • NICHROM

Sowjetische Entwicklung; während die zuerst gelieferten TS-Boote Projekt 183 nur eine der „Rym“ täuschend ähnelnde Antenne besaßen ( auch unter „Fackel“), waren es bei den U-Jägern „201 M“ dann genau die auf den „Kraken“ installierten Geräte. Die Antennen-Anlage bestand aus: [Bild]
     -  der „flaschenähnlichen“  Sende-und Empfangsantenne „Chrom-k „(1-ON) im Mast-Topp.
Funktionen:
        Empfang von Abfragesignalen (wird abgefragt),
        Abgabe/Senden des Antwortsignals (nach Abfrage)
      (NATO-Code „High Pole-A“), lt. westlichen Quellen seit 1957 im Einsatz;
     -  der drehbaren Gitterstab-Antenne „Nickel“ (1-SsK), etwas tiefer vorn an der Maststenge.
Funktionen:
        Sendung des Abfragesignals (an das Ziel auf dem Radar-Bildschirm),
        Empfang des Antwortsignals (vom betreffenden Ziel)
      Diese spezielle Ausführung war nur auf den „Kraken“, den „201 M“ und später auf allen TS-Booten Projekt 183 zu finden, die „Habichte“ z.B. erhielten bereits eine andere Version.
nach oben

 

Die Anzeige der Erkennungssignale erfolgte auf dem Bildschirm der „Sarnitza“-Anlage. Es sind keine Veränderungen bis zur Außerdienststellung der Schiffe bekannt. 
5.4. Rym Standortbestimmung mittels elektronischer Streckenmessung insbesondere beim Minenräumen. Außer der Anlage an Bord (Rym-K) waren mindestens 2 landgestützte Stationen (Rym-B) notwendig.
Die Einführung dieses sowjetischen Funknavigations-Systems begann 1959 und wurde zuerst auf „Kraken“ installiert (später auch bei „Habichten und SHD-Booten).
Charakteristisch waren die Ringdipol-Antennen [Bild].
Die Ablösung durch das moderne System „BRAS-GALS“ ab ca. 1976 haben diese Schiffe nicht mehr „erlebt“.
5.5. CHMEL (dtsch.= u.a. Hopfen), Infrarot-Anlage sowjetischer Herkunft, ab Ende 1959/Anfang 1960 im Zuge der WLZ installiert [Bild].
Aus den Einbauorten (Brückenfront, beiderseits Brücke, Achterkante Schornstein und Maststenge), kann ein Äquivalent für die Positionslaternen bei voll abgeblendetem „Gefechtseinsatz“ und Verbandfahren abgeleitet werden.
Die auch verwendete Bezeichnung „Signal-Anlage“ erscheint da nicht recht passend.
5.6. Sonar Tamir-11 Aktives Sonar, nach westlichen Quellen seit 1952 (1950?) produziert, auf vielen sowjetischen Schiffen und Exportfahrzeugen installiert, aus Vorkriegs- und Kriegszeitentwicklungen TAMIR-1 bis TAMIR-10 hervorgegangen in Anlehnung an britische und amerikanische Geräte, die während des Krieges geliefert wurden (u.a. ASDIC-129).
Bezeichnung: MG-11 TAMIR-11 (MG = morskaya gidroakusticheskaya [stantsiya] → dtsch.= seegestützte hydroakustische [Station]), NATO-Code „Stag Hoof“. 
  Der Horchraum auf den „Kraken“ befand sich in der Stauung der Abteilung X, der Schacht für den ausfahrbaren Suchkopf war nicht in Schiffslängsachse, sondern etwas seitlich (nach Stb.?) versetzt zwischen Spant 35 und 35½ eingebaut (so blieb der Kiel durchgängig und eine aufwendige Konstruktion in dem Bereich wurde umgangen). Das Aus- und Einfahren des Suchkopfes mußte von Hand im Horchraum erfolgen. Der Bildschirm zur Anzeige der akustischen Informationen (Entfernung und Peilung des Zieles) befand sich im Kartenraum auf der Brücke.
Laut Zeitzeugen wurde zumindest die Bau-Nr. 3001 schiffbauseitig zwar eingerichtet, aber ohne die Anlage in Dienst gestellt. Gründe hierfür sowie Zeitpunkt der Nachrüstung in 1958 sind nicht bekannt.
Bis zur Außerdienststellung der Schiffe gab es keine Veränderungen bei dieser Ausrüstung.
   -  Suchbereich aktiv (ca. 140° nach beiden Seiten lt. Erinnerungen eines Zeitzeugen)
   -  Frequenz 24 kHz (engl. Angabe)
nach oben  -  Reichweite 2,5- 3 km  (→ ca. 1,3-1,6 sm)
  Neben den „Trockenübungen“ in U-Jagd-Kabinetten fanden auch praktische Übungen auf See und bei Manövern statt. Die „gegnerischen U-Boote“ wurden dabei von Booten der BRF oder der PSKF dargestellt [Bild
5.7. sonstige Anlagen Zur Vervollständigung werden nur erwähnt:
   -  Kreiselkompaß-Anlage „Kurs III“,
   -  Richtfunkpeiler [Bild] Typ „FSG 3400“, auch ARP-58 SW genannt,
   -  Echolot „ELA 10“,
   -  Fahrtmeßanlage.
5.8. „Sonderanlage“ Zur Gegenwirkung bei PSK-Aktionen (PSychologische Kampfführung) von Fahrzeugen der anderen Seite während des Vorposten-Einsatzes der MLR. Die vorhandenen 4 Oberdecks-Lautsprecher waren für den Zweck nicht geeignet, deshalb wurde ab ca. 1964/65 vorn unter der Marsplattform ein drehbares Gestell mit im Prinzip 2 übereinander liegenden Lautsprecherboxen eingebaut und soweit ersichtlich in sehr unterschiedlichen Ausführungen [Bild]. Der zugehörige 100-Watt-Verstärker befand sich im Kartenraum.
nach oben  

6. Modernisierungen / Modifizierungen

6.1. Vorbemerkungen  -  Die einzelnen Modernisierungen wurden in der Regel auf allen 10 Schiffen umgesetzt.
   -  Die größeren Maßnahmen wurden im Zuge der mittleren Werftliegezeit (ca. alle 3 Jahre) realisiert, daher dauerte es seine Zeit, auch wegen der begrenzten Werftkapazität, bis alle Schiffe auf dem gleichen Ausrüstungsstand waren.
   -  War es zunächst nur die Peene-Werft, kamen Anfang der 60er Jahre die Neptun-Werft und später mitunter sogar Wismar für diese Aufgaben und auch Instandsetzungen in Frage.
nach oben  -  Auf die diversen Versuche und Erprobungen auf dem zeitweise dem Erprobungszentrum / WTZ unterstellten Schiff, Bau-Nr. 3001 „6-91“ später „191“ Berlin, wird hier nicht eingegangen. [siehe auch hier]
6.2. Zeit von 1957- Anfang 1959  -  Allgemein wird oft gesagt, es wurden 10 baugleiche Schiffe in Dienst gestellt. Selbst das nur auf den reinen schiffbaulichen Umfang reduziert, ist nicht ganz korrekt. Es gab hier, wie später bei Serien üblich, kein offizielles Null-Schiff mit Erprobungen und damit konnten erst ab Bau-Nr. 3003 gewisse Erfahrungen berücksichtigt werden.
   -  Aber dieser Zeitabschnitt ist der einzige, in der alle Schiffe rein äußerlich fast gleich aussahen! Typisch in der Zeit die „leere“ Maststenge mit einer langen Stabantenne im Topp [Bild]. Bauzustand 0, diese Bezeichnung und die folgenden waren nicht offiziell, hier nur gewählt zur einfachen Ansprache.
Wabo-Werfer:  Als Erstausrüstung wurden 2 Stück BMB-1 [Bild] nebst Nachladegestellen eingebaut [Bild], andere und vor allem modernere Typen standen zu der Zeit (1956-58) nicht zur Verfügung. Ob alle Schiffe noch so in Dienst gestellt wurden, ist derzeit nicht bekannt. Sicher ist das lediglich bei Bau-Nr. 3001, wie auch die Tatsache, daß 1959 auf keinem Schiff mehr BMB-1 vorhanden waren.  
Kampfsatz „B-1“:  Aus v.g. Sachstand gab es meist nur die Einzellager beiderseits und weitere 2x5, z.T. auch 2x6, Reserve-Wabo, insgesamt also 16-18 Stück [Bild]. 
6.3. Zeit von 1959-ca. Mitte 60er    
Bauzustand 1a:  Ca.1959 / 60 erhielten 4 Schiffe, Bau-Nr. 3001, 3002, 3006, 3007 eine 1. Modernisierung. Diese umfaßte:
  1. Mastumbau:  - untere Saling wurde 3-teilig mit z.T. Reling, Funkpeil-Antenne von voraus auf Stb.-Flügel,
       -  obere Saling nach vorn verlängert, Einbau „Sarnitza“, rundum Ketten-Reling,
       -  wegen „Sarnitza“ mußten der Sockel der KS 1B verlängert sowie die Dampferlichter etwas höher gesetzt werden,
       -  im Mast-Topp wurde eine drehbare vertikal-polarisierte „Yagi“-Antenne installiert = sowjet. FFK-Anlage Fackel (NATO-Code „Yard Rake“),
        auf der Stengen-Rahe an Bb. wurde gleichzeitig 1 Ringdipol-Antenne eingebaut (→ vgl. unter Ziff. 5.3. Fackel), [Bild]
       -  etwas später kamen auf der Stengen-Rahe 2 weitere Ringdipol-Antennen Rym hinzu [Bild] (was auch z.T. bei den noch nicht modernisierten Schiffen erfolgte [Bild] ).
       -  das Artillerie-Entfernungsmeßgerät wurde nachgerüstet, dazu mußte die Marsplattform noch mit Schrägstützen zusätzlich stabilisiert werden (auch diese Maßnahme wurde auf den übrigen Schiffen z.T. noch vor deren Modernisierung durchgeführt)
  2. Wabo-Werfer: Auf dem Durchbaudeck wurden 2 Stück BMB-2 [Bild] einschließlich Nachladegestellen installiert sowie die sichere Lagerung für je 3 Reserve-Wabo geschaffen.
Diese Maßnahme erforderte eine partielle Verstärkung des Decks.
Ab diesem Zeitpunkt Wabo-Kampfsatz 28 Stück.
nach oben 3. Infrarot-Anlage: Installation der „CHMEL“-Anlage zuerst auf diesen Schiffen (je 1 Leuchte an der Brückenfront, an der Achterkante Schornstein sowie vorn und achtern an der Maststenge), bei den restlichen z.T. vor der Modernisierung zum Bauzustand 1b.
Bauzustand 1b: Von ca.1961-1963 erhielten auch die restlichen Schiffe ihre 1. Modernisierung. Diese umfaßte :
  1. Mastumbau:  -  wie vor, aber
       -  statt der FFK-Anlage „Fackel“ wurde das System  „Nichrom“ installiert,
       -  die RYM-Antennen erhielten ihre endgültigen Positionen auf der unteren Rahe (Stb.+Bb. je 1), [Bild]
       -  ab etwa Mitte1962 Installation des sog. Räumkreuzes [Bild] (in der Umgangsprache, denn die Anordnung glich eher einem Dreieck) → siehe auch unter Pkt.4.4. Vom Zeitpunkt her kommen die internationalen Vereinbarungen in London von 1960 in Frage, wo entweder diese Festlegungen erst getroffen wurden oder die DDR erst beigetreten ist.
Die Bedeutung der blauen Lichter auf den achteren Rahen ist derzeit noch unklar.
[für Modellbauer → Lichterführung am Mast]
  2. Blechflöße: gingen von Bord und wurden durch 3 Rettungsflöße vom Typ B12 ersetzt. Für diese wiederum kamen dann ab etwa Mitte1962 die endgültigen Rettungsflöße (Floß = offizielle Bezeichnung des Herstellers) des Typs RF-12 (für 12 Personen) an Bord [Bild].
  Die 4 Schiffe im Bauzustand 1a wurden bis 1963 ebenfalls in den Bauzustand 1b versetzt.
  3. Luken: In Auswertung einer Havarie 1962 [siehe auch hier] wurden auf allen 10 Schiffen die Oberdecks- und Backdecks-Luken erneuert. Die „eckigen“ Luken (auf dem Achterdeck bündig mit der Beplankung) wurden durch runde „Mannloch“ Ausführungen ersetzt. Ausnahme blieb wegen Verstau von Ausrüstungen die Sperrlast-Luke, sie wurde dafür mit einem Süll versehen. Behinderungen für die Minenschienen-Montage gab es dadurch nicht, und die „Stolper“-Gefahr wurde in Kauf genommen.
[Bei den Bildern jeweils links die Erstausrüstung: Bild 1, Bild 2, Bild 3]
Bauzustand 1c: 1. Ab ca. Ende 1964 / Anfang 1965 Ersatz der Funkmeßanlage KS 1b durch eine KSA V.
  2. Insbesondere für den ständigen Vorposteneinsatz wurde auf dem Peildeck an der Frontseite und teilweise seitlich ein zusätzlicher Windschutz eingebaut, Ausführung recht unterschiedlich [Bild].
  3. Räumtechnik:  -  Auch bei den letzten Schiffen wurden die akustischen Räumgeräte GBT von Bord gegeben und alle Schiffe erhielten eine BAT-2 aus sowjetischen Lieferungen.
       -  ab ca.1966 Abrüstung des elektromagnetischen Fernräumgeräts SKG-55, so daß die Kabeltrommel sowie die Dieselgeneratorsätze (und auch GA-V-Personal hierfür) nicht mehr benötigt wurden. Diese Anlagen wurden z.T. oder komplett von Bord gegeben und die Räume anderweitig genutzt.
  4. Etwa ab 1966 kamen auch die Entferungsmeßgeräte von Bord, der Platz blieb ab da leer.
  5. Die CHMEL-Leuchten wurden durch andere Ausführungen mit Blendenvorsatz ersetzt und zusätzliche beiderseits der Brücke installiert. [Bild] An der Maststenge erfolgte der Austausch durch Typen ohne Blende sowie Einbau zusätzlicher für Stb. und Bb.
  6. Ab ca. 1966 wurden zur Warmwasserversorung E-Boiler im Maschinenraum III installiert (auf allen Schiffen??) und die Wohnraumheizungen auf Elektro-Betrieb umgestellt, der Hilfs-Kessel blieb aber weiterhin für diese und die übrigen Funktionen betriebsfähig.
nach oben 7. Ersatz der Original- (Signal- und Such-) Scheinwerfer durch reine Such-Ausführung. [Bild]
6.4. Ab Ende 1968        
Bauzustand 2:  -  Der Bb.-Kutter nebst Davits wurde von Bord gegeben und dafür dort weitere 4 Flöße RF-12 installiert [Bild].
   -  Da kein Bugschutz mehr gefahren wurde, wurden auf einigen Schiffen die Bug-Klappspiere und bei den meisten die 2 Backspieren (an den Brückennocken) entfernt. Das Widerlager knapp über der WL blieb allerdings stets erhalten [Bild].
    Fehlende Klappspieren vor ca. 1966/67 waren stets das Ergebnis von mehr oder weniger heftigen Bekanntschaften mit der Pier oder anderen „Hindernissen“.
nach oben  -  Ab 1968 gab es grundsätzliche Änderungen bei den Farbtönen sowohl des Unterwasser- als auch Überwasseranstrichs, wie „grün“ für Unterwasserrumpf und Decks und ein dunkleres „grau“ für das Überwasserschiff. [siehe unter Anstrichsysteme und Farbtöne]

 

Für Modellbauer

Lichterführung am/im Mast:
1. Bei der Indienststellung 1957/58:  -  an der Maststenge vorn nur die 2 Laternen (Dampfer- und Schlepplicht), weiß
   -  im Topp ein „Drilling“, die mittlere Leuchte hochgesetzt
    Bild 1 (von vorn): 1 = Toppmorse-Laterne, weiß
2 = Ankermanöver-Laterne, rot
3 = Führer-Laterne, weiß

Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.
   -  untere Rahen „leer“
2. Ca. 1959/61:  -  wie vor
   -  außen auf der vorderen Bb.-Rahe eine „Wach-Bootslampe“, rot
    verschwand bei Folgemodernisierung, auch teil- und zeitweise auf der achteren Bb.-Rahe
3. Ca. ab 1962:  -  Im Zuge der Ausrüstung mit dem FFK-System  „Nichrom“ (und auch Ersatz der „Fackel“-Anlage) erfolgte eine Maststengen-Modifizierung
   -  Installation des sog. „Räumkreuzes“: Jeseits 1 grüne Leuchte außen auf der vorderen Rahe
    Bild 2: 1-3 = Bedeutung/Verwendung wie Ziff.1., aber später gab es offensichtlich andere Definitionen und Verwendungen sowie Farb-Zuordnungen (z.B. „Handbuch für den Signalgasten“ Auflagen 1976, 1988: 1 = grün, 2 = weiß, 3 = rot)
4    = zusätzlich über dem „Drilling“ die grüne Topp-Leuchte des „Räumkreuzes“
5    = zu der Zeit ebenfalls auf den achteren Rahen installierte blaue Leuchten, Zweck derzeit noch unklar (die grünen Leuchten auf der vorderen Rahe sind auf diesem Bild nicht zu erkennen) [Bild]
Anmerkung: Die im Zeitraum bereits vorhandenen und später durch modernere Typen ersetzten Infrarot-Leuchten wurden hier nicht erwähnt.

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7. Zuordnung zu Verbänden / Einsätze

7.1. Unterstellungen 1957-1958 Die Suche nach geeigneten Strukturen führte im November 1956 zur Gründung der Flottillen. Die Stornierung von 2 weiteren geplanten Schiffen im Mai 1956 ist sicherlich in diesem Zusammenhang zu sehen, wenn man von 3 MLR-Abteilungen zu je 7 Schiffen ab 1957 ausgeht.
Dazu wurden:
     -  Bau-Nr. 3009 der 3. MLR-Abteilung der 3. Flottille (Saßnitz) [Bild] und
     -  Bau-Nr. 3010 der 1. MLR-Abteilung der 1.Flottille (Peenemünde) als „Führungsschiffe“ zugeteilt.
Von den Unterkünften für die ACH sicherlich ideal, aber im Zusammenwirken mit „Habichten“ im Verband, z.B. beim Minenräumen, offenbar ungeeignet.
     -  Bau-Nr. 3002 - 3008 zur 4. MLR-Abteilung der 4. Flottille (Warnemünde) ohne die Festlegung eines davon als „Führungsschiff“ [Bild]
     -  Bau-Nr. 3001 dem Erprobungszentrum in Wolgast unterstellt (bis Ende 1957 als 9. [Baubelehrungs-] Flottille). [Bild]
  1959-1960 Nach der Umstrukturierung im Zusammenhang mit der Auflösung der 3. Flottille alle 10 Schiffe bei der 4. Flottille als 1.- 3. Gruppe der 2. MLR-Abteilung
  1961-1962 Wie vor, aber die 2. wurde wieder in 4. MLR-Abteilung umbenannt, [Bild]
Ausnahme: Bau-Nr. 3001 wiederum von 1960-62 beim Erprobungszentrum in Wolgast.
  1962- 04/63  -  4. MLR-Abteilung besteht aus 3 Gruppen mit je nur 2 Schiffen
     -  Bau-Nr. 3002, 3003 und 3009 als selbständige Schulschiff-Abteilung in Parow [Bild] [Bild] [Bild] [Bild]
Ausnahme: Bau-Nr. 3001 von 12/1962-04/63 dieser Abteilung zugeteilt, aber weiterhin in Wolgast stationiert
  05/63-1965 Wieder alle 10 Schiffe im Bestand der 4. MLR-Abteilung der 4. Flottille. [Bild]
Ausnahmen: Bau-Nr. 3006 und 3007 von Ende 1963 bis April 1966 langzeitkonserviert außer Dienst und als Reserve im Stützpunkt Wolgast. [Bild] [Bild]
  01.12.1965 Neubildung der 4. Sicherungsbrigade und Aufteilung zu je 5 Schiffen in:
     -  2. (Z.b.V.- / Vorposten-) MLR-Abteilung und
     -  4. (Ausbildungs- / Schul-) MLR-Abteilung bis 1971 / 72 mit Schiffswechseln zwischen den Abteilungen.
     Später gab es allerdings dann keine klare Aufgaben- / Einsatzabgrenzungen mehr.
ab 12/1970-1976  3 Schiffe als 1. Schulschiff-Abteilung der neugebildeten Schulbrigade (Lehrtruppenteil der Flottenschule) in Parow [Bild].
  1972-10/73  3 Schiffe als neue 2. MLR-Abteilung in der 4.Sicherungsbrigade der 4. Flottille in Warnemünde.
       
nach oben Siehe hierzu auch unsere Chronologie zu MLR „Krake“
   
7.2. Einsätze / Verwendung  -  Entgegen Aussagen in der Literatur waren die „Kraken“ sehr wohl zum „scharfen“ Minenräumen eingesetzt. Nachweislich sind zumindest die Einsätze mit dem elektromagnetischen Fernräumgerät SKG im Zeitraum 1960/61 im Gebiet zwischen Warnemünde und Kühlungsborn sowie 1962 (63?) östlich von Rügen.
Später bestand dann dazu keine Notwendigkeit mehr, so daß es nur jährliche Übungen zur Kampfkern- Überprüfung gab.
   -  Die Teilnahme an den Flottenparaden war für die einige Zeit zweitgrößten Einheiten selbstverständlich. [Bild]
   -  Schon sehr früh wurden offenbar die Vorzüge dieser Schiffe für längere Fahrten im Ostseeraum von sogenannten „Badegästen“ erkannt, so daß bis 1970 an den meisten Flottenbesuchen „Kraken“ teilnahmen. Allerdings wurden diese Vorteile dann auch für die regelmäßigen Ausbildungs- und Navigationsbelehrungsfahrten genutzt.
   -  In der Zeit nach dem 13. August 1961 wurden 3 (?) Schiffe kurzzeitig in Tarnewitz stationiert für den Vorposten-Einsatz bei Fehmarn.
nach oben  -  Nach der Rückverlegung der 4 „Habichte“ zur 1.Flottille übernahmen die „Kraken“ den ständigen Vorpostendienst. Andere Aufgaben gab es dann neben den oben genannten Navigationsbelehrungsfahrten für diese personalintensiven Schiffe offenbar nicht mehr, aufwendige Modernisierungen wurden sicher auch deshalb nicht mehr vorgenommen.

8. Ereignis-Tafeln                           (Teilnahmen soweit bekannt)

8.1. Teilnahme an Flottenparaden der SSK / VM 1958-1974                                                       Stand: November 2012
01.05.1958 einlaufende Flottenparade in Warnemünde, Neuer Strom (Bord-Nr. überpönt): [Bild] [Bild auf bundesarchiv.de]
    3002  „6-41“, 3006  „6-45“, 3001  „6-91“
04.11.1960 Flottenappell und Seeparade zur Einführung der Bezeichnung „Volksmarine“ im Greifswalder Bodden: [Bilder]
    3002  „142“ 3006  „163“, 3004  „242“,
    3005  „263“, 3010  „342“,  
07.10.1964 einlaufende Flottenparade zum 15. Jahrestag der DDR in Warnemünde, Neuer Strom (Bord-Nr. überpönt): [Bilder]
    3008 Rostock   „221“, 3001 Berlin         „244“  
    3002 Halle        „243“ 3009 Potsdam     „242“  
29.10.1967 auslaufende gemeinsame Flottenparade von VM und Baltischer Flotte
anläßlich des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Warnemünde, Seekanal (Bord-Nr. überpönt): [Bild]
    3002 Halle        „241“, 3006 Magdeburg  „243“  
    3004 Rostock   „221“, 3010 Leipzig         „242“  
03.11.1968 stehende Flottenparade zum 50. Jahrestag der Novemberrevolution in Rostock-Stadthafen: [Bild]
    3002 Halle        „221“, 3006 Magdeburg  „243“  
    3003 Dresden  „225“, 3007 Erfurt            „245“  
04.10.1969 stehende Flottenparade zum 20. Jahrestag der DDR in Rostock-Stadthafen:
    3002 Halle        „221“, 3005 Gera             „242“  
    3009 Potsdam  „244“, 3006 Magdeburg  „223“  
  Bemerkung: Die Reihenfolgen sind nicht identisch mit den Parade-Formationen.

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8.2. Teilnahme an Flottenbesuchen der SSK / VM 1958-1970                                                                Stand: November 2012
27.06. - 01.07.1958 Gdynia / VR Polen: [Bild] 3003   „6-42“
    3006   „6-45“
20.07. - 24.07.1961 Gdynia / VR Polen: [Bild] 3007  Erfurt            „121“
    3005  Halle             „263“
    3009  Potsdam       „363“
22.08. - 28.08.1962 Leningrad, 1. offizieller Flottenbesuch in der UdSSR: [Bild]
    3005  Halle            „242“
    3008  Rostock       „321“
    3006  Magdeburg  „142“
25.06. - 27.06.1965 Gdynia , 1. offizieller Flottenbesuch in Polen zum 20. Jahrestag der Polnischen Seekriegsflotte:
    3010  Gera             „222“
25.06. - 28.06.1970 Gdynia / VR Polen  zum „Tag des Meeres“:
    3004  Rostock       „241“
  Hinweis: Hierzu auch bei D. Flohr „Volksmarine“ Anlage 4.

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8.3. Teilnahme an Ausbildungs- / Navigationsbelehrungsfahrten der VM 1960-1976                                               Stand: Juni 2015

von – bis Route Teilnehmer
             Juli 1960   Warnemünde - östliche Ostsee - Hel - Ustka - Swinoujście - Warnemünde  3004
 
„242“
          August 1963  Warnemünde - östliche Ostsee - Riga - Tallinn - Warnemünde  3010 Gera
 
30..
 30..
 
„226“
 02.09.-09.09.1963  Warnemünde - östliche Ostsee - Tallinn - Riga - Warnemünde [Bild]  3008 Rostock 
 3009 Potsdam
 3001 Berlin
 
„225“
„222“
„227“
 12.07.-29.07.1964  Warnemünde - östliche Ostsee - Gdynia – Warnemünde  3005 Leipzig
 30..
 30..
 

 11.08.-28.08.1964  Warnemünde - östliche Ostsee - Tallinn - Leningrad - Warnemünde [Bild]  3009 Potsdam
 3002 Halle
 3001 Berlin
 
„242“
„243“
„244“
 23.06.-26.06.1965  Warnemünde - Großer Belt - Feuerschiff Esbjerg - Sund - Warnemünde   3001 Berlin
 3004 Karl-Marx-Stadt
 3008 Rostock
 
„244“
„241“
„221“
 09.08.-26.08.1965  Warnemünde - Großer Belt - Höhe Kristiansand - Sund - Leningrad - Riga - Warnemünde  3004 Karl-Marx-Stadt
 3005 Leipzig
 3001 Berlin
 
„241“
„242“
„244“
 23.07.-26.07.1966  Warnemünde - Großer Belt - Feuerschiff Esbjerg - Sund - Warnemünde  3008 Rostock
 3001 Berlin
 3004 Karl-Marx-Stadt
 
„241“
„244“
„221“
     .08.-    .08.1966  Warnemünde - Großer Belt - Kattegat - Skagerrak - Helgoländer Bucht - Sund - Warnemünde  3010 Gera
 3006 Magdeburg
 3007 Erfurt
 
„242“
„243“
„245“
 12.08.-29.08.1967  Warnemünde - Großer Belt - Kap Skagen - englische Küste / Shetlands - norwegische Küste / nördlich Bergen - Sund - Leningrad - Riga - Gdynia - Warnemünde  3010 Leipzig
 3006 Magdeburg
 3007 Erfurt
 
„242“
„243“
„245“
 22.07.-10.08.1968  Warnemünde - Swinoujscie - Gdansk / Westerplatte - Gdynia - Riga - Tallinn - Leningrad - Warnemünde  3004 Rostock
 3005 Gera
 3009 Potsdam
 
„241“
„242“
„244“
                 08.1969  Warnemünde - Swinoujscie - Gdynia - Riga - Tallinn - Leningrad - Warnemünde  3005 Gera
 3008 Karl-Marx-Stadt ?
 30..
 
„242“
„224“
 29.07.-12.08.1970  Warnemünde - Swinoujscie - Gdynia - Baltijsk - Riga - Warnemünde  30..
 30..
 30..
 
 
 29.07.-.11.08.1971   Parow - Kattegat - Riga - Baltijsk - Gdynia - Kolobrzeg - Swinoujscie - Parow
[Karte]
 3001 Berlin
 3003 Dresden
 3009 Potsdam
 
„S 13“
„S 11“
„S 12“
                     1972   Parow - Kattegat ? - Kieler Bucht ? - Baltijsk - Parow  3001 Berlin
 3003 Dresden
 3009 Potsdam
 
„S 13“
„S 11“
„S 12“
 09.07.-20.07.1974  Parow - östliche Ostsee - Gdynia - Tallinn - Parow  3010 Leipzig
 3008 Karl-Marx-Stadt
 3001 Berlin 
 
„S 13“
„S 12“
„S 11“

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8.4. Teilnahme an Flottenübungen und Manövern 1959-1976    (soweit bekannt bzw. Hinweise vorhanden)                Stand: Dezember 2012

von - bis Bezeichnung Teilnehmer Hinweise
 31.07.-12.08.1961  Flottenübung der VM in der westlichen Ostsee      1.+ 4. Flottille
 10.08.-16.08.1963  - gemeinsame FlottenübungFlut“ mit BF und PSKF in Nord- und Ostsee  3010 Gera „226“  6 MLR
 - zur Absicherung der Übung gegen Aufklärungsvorstöße der NATO      2 MLR
            12.05.1964  Stabsübung mit Nachrichtenmitteln       1 MLR der 4. Flottille
 07.09.-12.09.1964  Flottenübung „Woge“ der VM in der Ostsee  MLR „Krake“
 16.03.-18.03.1966  operative Stabsübung  4 MLR
 14.07-18.07.1969  Kommandostabsübung (KSÜ) „Triton 69      1 MLR
 21.09.-28.09.1969  Manöver „Oder-Neiße 69“ in der Ostsee und VR Polen  3008 Karl-Marx-Stadt „224"  4 MLR
   Sept.-18.10.1970  KSÜ „Baltika I“ und anschließend ab 12.10. Manöver „Waffenbrüderschaft 70“ in der süd-westlichen Ostsee  3010 Leipzig „222“  
           August 1973  Manöver „Baltika II  3010 Leipzig „222“  

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8.5. Sonstige Ereignisse und Teilnahmen                                                                                                                      Stand: Dezember 2012

 Bemerkung: Auf die Aufnahme von Unfällen, Havarien u.ä. wurde bewußt verzichtet. Weiterführend zu diesen Ereignissen wurde entweder bereits anderswo berichtet oder es mangelt an verläßlichen Informationen.

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9. Chronologie

Hier die Chronologie aller „Kraken“. Erarbeitet durch Helbe und Horma (Horst Maiwald, [Horma]). Meinungen, Anregungen, Korrekturen, Fragen usw. sind willkommen! E-Mail: webmaster@parow-info.de
Diese Chronologie unterliegt dem Urheberrecht.
Für private Nutzung ist diese frei. Für Veröffentlichung in Print-Medien und/oder im Internet bedarf es der Genehmigung durch die Autoren. Das gilt auch für Auszüge aus dieser Chronologie. Das Verlinken ist erlaubt.
Weitere Chronologien sind hier.