Stand: 25.03.2016

Reedeschlepper Typ 270

Projekt 19

1956 entwickelte das Institut für Schiffbau Wolgast den Reedeschlepper Projekt 19. Es wurden dann sechs Schlepper 1959 auf der Peenewerft Wolgast gebaut.

Ab 1983 wurden die Reedeschlepper während der planmäßigen Werftliegezeit umfassend modernisiert. Verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen für die Besatzung wurden geschaffen. Die Decksmaschinen und die Hilfsmaschinen wurden erneuert.
Eine Umklassifizierung der Schlepper erfolgte im Dezember 1981 in „Bergungsschlepper 270“ und nochmals im Dezember 1986 in „Bergungsschlepper 19“.

Im Mobilmachungsfall sollte ein Fla-Geschütz auf dem Vorschiff angebracht werden. Dazu wurde eine Plattform in den 80er Jahren nachgerüstet. Mindestens einmal wurde dies auch praktisch durchgeführt und zwar auf der A-45, Bau-Nr. 270/3.

Aufgaben
Als Hafen- und Reedeschlepper, Hilfseisbrecher, Hilfeleistung für beschädigte Schiffe, Einsatz zu Taucharbeiten, Bekämpfung von Schiffsbränden und als Versorger.

Ausrüstung

Einsatz und Verbleib
Jeweils zwei Schlepper gehörten bei der Indienststellung den Hilfsschiffsabteilungen der 1., 4. und 6. Flottille an. Nach der Auflösung der ersten 6.Flottille Ende 1959 gingen diese beiden Schiffe, jeweils eines, zum Bergungs- und Rettungsdienst der 1. und der 4.Flottille. Mit der Neugründung der 6.Flottille Mai 1963 hatte jede Hilfsschiffsabteilung der drei Flottillen wieder zwei Schlepper des Typs 270 im Bestand.

Alle Schlepper standen bis zum 02.10.1990 im Dienst der Volksmarine.
Vier Schlepper übernahm die Bundesmarine zeitweilig [siehe auch hier]. Diese Bergungsschlepper 19 bekamen erstmalig Namen [weitere Informationen].
Alle sechs Schlepper wurden im Endeffekt durch die VEBEG verkauft. Die Bau-Nr. 270/4 ging im November 1991 an die Marine von Uruguay [Bilder], alle anderen Schlepper an zivile Nutzer.

Taktisch-technische Daten

Verdrängung: normal: 269 t; voll: 282 t
Länge über alles: 30,50 m
Breite über alles:   8,05 m
Tiefgang: vorn: 2,18 m, achtern: 3,22 m
Bewaffnung: ab 1983 im Mob.-Fall 1x 25mm Doppellafette 2-M-3 [Bild]
Radar: einige KSA-5, nach Modernisierung 1983 alle TSR-222
Antrieb: 1x 4-Takt-Dieselmotor Typ 6VD148, Leistung 400 kW
Kraftstoffverbrauch: max.: 82,5 kg/h, ökonomisch: 36,6 kg/h
Hilfsdiesel: nach Modernisierung 1983: 1x 6VD 14,5/12-I und 1x 4VD 14,5/12-I
Bordnetz: 220 V Gleichspannung
Geschwindigkeit: max.: 10,4 kn, ökonomisch: 8,5 kn
Schleppgeschwindigkeit: 6 kn
Reichweite: 1420 sm
Einsatz: bis See 5, bis Wind 6
Einsatz bei Eis: Scholleneis bis 110 cm, Festeis bis 40 cm
Autonomie: 6 Tage
Besatzung: 18 Mann,
  später 12 Mann (2 Offiziere, 5 Maschine, 5 Seemännisch)

 

© 2012 - 2016 Peter Kieschnick

Eine Chronologie der Bordnummern des Schleppers 270 ist durch Helbe und Horma erarbeitet wurden.
Interessenten zu einzelnen Schiffen oder andere Details melden sich bitte über E-Mail: webmaster@parow-info.de
Weitere Chronologien sind hier.