Stand: 26.08.2016

Artilleriekomplex AK-630M

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Die AK-630M ist eine Nahbereichsabwehrwaffe gegen tief fliegende Luftziele und Flugkörper. Ebenso kann sie zur Bekämpfung von See- und Landzielen eingesetzt werden. Der Artilleriekomplex ist Bestandteil des Selbstverteidigungssystems A-213 Wympel-Ä.

Die Entwicklung des Geschützes AK-630 begann 1963, 1976 wurde es in die Bewaffnung aufgenommen. Die Serienfertigung erfolgte im Tulaer Waffenwerk Nr. 535 (Ту́льский оруже́йный заво́д). Die verbesserte AK-630M wurde 1979 in die Bewaffnung eingeführt. Weitere Modifikation des Systems sind die AK-630M1-2 (1983) [hier ein Video auf You Tube] und die AK-306. Die Abkürzung AK bedeutet Артиллерийский комплекс = Artilleriekomplex.

Die sechsläufige Kanone ist ein 30-mm-Gatling vom Typ AO-18. Es ist die Marineversion der Bordwaffe Typ GSch-6-30 (ГШ-6-30) für Flugzeuge.

Zum Erzielen einer hohen Kadenz während des Schießens drehen sich die Läufe um eine Achse. Jeder Lauf besitzt einen eigenen Verschluss. Es schießt immer nur das untere Rohr. Der Gatling hat eine Feuergeschwindigkeit von bis zu 5.000 Schuss pro Minute. Die Munitionszuführung erfolgt durch eine pneumatisch angetriebene Gurtförderanlage mit 70 bar. Das Laden des Geschützes selbst erfolgt manuell. Die Munition muss mit Hilfe einer Gurtmaschine gegurtet werden.

Es sind kurze Feuerstöße bis 0,5 s (ca. 40 Schuss), lange Feuerstöße von 1 bis 2 s (80 bis 160 Schuss) und Dauerfeuer bis maximal 5 s (400 Schuss) möglich. Dabei ist eine funktionierte dauerhafte Kühlung notwendig. Die AK- 630M verwendet die Kühlflüssigkeit „K-1“. Damit wird der Rohrblock ununterbrochen gekühlt, indem die Flüssigkeit zwischen Rohrmantel und den Rohren hindurchfließt. 180 Liter Kühlflüssigkeit werden bei 2000 Schuss durchgesetzt.
Folgende Feuerpausen sind einzuhalten:

Die Feuerleitung erfolgt durch Funkmeß-Waffenleitanlage MR 123/176 „Wympel“ (russisch: Вымпел; NATO-Code: Bass Tilt). Das Richten mit Fernsehkamera ist ebenfalls möglich. [Bild]. Als Reserveverfahren dient die Visiersäule Gerät 1A „Kolonka“.

Technische Daten
Kaliber: 30 mm; 16 Züge; Rechtsdrall
Rohre:   6 
Patronenzuführung: Gurt mit 2000 Granaten
Reservegurt: 1000 Granaten
Granaten: Splitter-Spreng und Leuchtspur, gegurtet im Verhältnis 9:1
Feuergeschwindigkeit: 4000 bis 5000 Schuss/min
Masse der Granatenpatrone: 834 g
Geschossgeschwindigkeit: 880 m/s
Funktionsprinzip: Gasdrucklader
Anzündung: elektrisch
Antrieb: erster Schuss des Feuerstoßes durch Druckluft;
dann Eigenantrieb durch Gasdruck
Bekämpfungsreichweite: Radar: 4 km gegen Luftziele, 5 km gegen Seeziele
  TV-System: bis 7 km gegen Seeziele
max. Schußweite praktisch: horizontal 8 km, vertikal 4 km
Richtbereiche: Höhe: -12° bis +88°; Seite: 360 °
Richtantrieb: elektrohydraulisch
Seitenrichtgeschwindigkeit: max. 70°/s
Höhenrichtgeschwindigkeit: max. 50°/s
Gewicht des Waffensystems:  1850 kg 
Waffenleitanlage: MR-123/176

 

AK-630M der Lehrsammlung der Marinetechnikschule
 
AK-630M der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz
 

© 2006 - 2016 Peter Kieschnick

Ein Video von You Tube: (Am Anfang ein wenig Geduld.)