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Ereignisse von 1989 /1990

Teil 2

Diese Aufstellung ist ein Versuch die Ereignisse von 1989 /1990 darzustellen. Sie ist nicht vollständig und einiges ist aus Erinnerung dargestellt. Ergänzungen sind wünschenswert.

Teil 1 Teil 3
18.03.1990 Volkskammerwahlen
31.03.1990 Auflösung der aus der Staatssicherheit Verwaltung 2000 hervorgegangen Militärabwehr.
01.04.1990 Das SAR-System wurde durch das Marinehubschraubergeschwader in Betrieb genommen, Standorte waren: Warnemünde, Peenemünde und Parow.
17.04.1990 6.Grenzbrigade Küste wird an die Grenztruppen der DDR übergeben.
18.04.1990 Rainer Eppelmann wird Minister für Abrüstung und Verteidigung der DDR.
23.04.1990 Bericht in der Tageszeitung "Junge Welt" über eine angebliche Verschwörung höhere Offiziere der NVA - Am 25.04.1990 gab der Ministers für Abrüstung und Verteidigung eine Erklärung dazu ab. [Hier der Text des Fernschreibens - pdf-Datei 202 KB]
Mai 1990 Planung für die VM-Schulen in Stralsund: die OHS soll bis 1993/94 bestehen und dann als Marineschule existieren. Flottenschule und die SSTA-18 auf den Dänholm soll zur einer Unteroffiziersschule bis 1993 zusammenschließen.
02.05.1990 Minister Rainer Eppelmann sagt auf einer Kommandeurstagung in Strausberg, dass die "Auflösung der NVA nicht zur Debatte stehe… Die Offiziere haben sich als Abrüstungssoldaten zu verstehen."
08./09.05.1990 Einberufung. - An der Flottenschule kamen 2,7 % ihrer Einberufung nicht nach und die gleiche Anzahl machten ihre Verpflichtung rückgängig zugunsten des Zivildienstes.

Die neueinberufenen Soldaten legten den am 26.04.1990 von der Volkskammer beschlossenen neuen Fahneneid ab. [Hier der Text des Fahneneides]

28.05.1990 Ordnung Nr. 010/9/025 des Ministers für Abrüstung und Verteidigung über dienstliche und außerdienstliche Kontakte zwischen Angehörigen der Nationalen Volksarmee und Soldaten der Bundeswehr.
In dieser wurde ua. geregelt welche Dienststelle NVA mit einer Dienststelle Bundeswehr Kontakt aufnimmt - die OHS der VM mit der Marineschule Mürwik und die Flottenschule mit der Technischen Marineschule Kiel und der Marineunteroffiziersschule Plön.
31.05.1990 Die Staatsembleme der DDR werden von öffentlichen Gebäuden entfernt. Die Truppenfahnen wurden eingezogen und ins Armeemuseum nach Dresden gebracht.
Kokarde Hammer-Zirkel-Ährenkranz wurde gegen Kokarde schwarzrotgold (Reichsbahn-Kokarde) ausgetauscht. Das Koppelschloss mit DDR-Emblem blieb.
01.07.1990 Einführung der D-Mark auf dem Gebiet der DDR.
Laut "Welt am Sonntag" soll es nur eine Armee geben, auf dem Gebiet der DDR Territorialstreitkräfte - die Marine sollte eine Stärke von 4000 Mann haben.
20.07.1990 Entbindung vom alten Fahneneid und Vereidigung der NVA auf der Grundlage des von der Volkskammer beschlossenen neuen Fahneneides auf die DDR-Fahne, die von der Volkskammer für passé erklärt wurde.[ Hier Text Fahneneid Alt und Neu]
01.08.1990 Bundeswehr gibt das Merkblatt "Militärische Sicherheit bei der Zusammenarbeit mit NfAV/NVA" von Fü S II 6 heraus.
03.08.1990 Auf der Dienstversammlung sagte der Chef der VM VAdm Hendrik Born sinngemäß, das die VM die Struktur der Bundesmarine übernimmt und alles was nicht zur Struktur passt aufgelöst wird.
08.08.1990 Auflösung der staatsbürgerliche Arbeit in der NVA.
??? Abgabe der Chiffrier-Codes und der Freund-Feind-Kenn-Anlagen an die UdSSR.
Vernichtung der Mobilmachungsunterlagen
24.08.1990 Aus dem Bericht des Referatsleiter FüM I der Bundeswehr zur Bestandsaufnahme der Flottenschule:
Landschaftlich schön gelegen mit kleinen Hafen. Desolater Zustand aller Gebäude, keine Gebäude für die Bundeswehr brauchbar ohne Grundsanierung. Hörsäle, Anlagen, Diensträume, Betreuung unter Bundeswehr-Standard 1960. bei Nutzung durch Bundeswehr müsste teil abgerissen, der Rest grundsaniert werden. Bausubstanz dafür nur zum teil geeignet.
30.08.1990 Auf Ministerbefehl werden auf allen Kampfschiffen die gesamte Munition an Land abgegeben. Der Vorpostendienst wurde eingestellt.
Der Generalinspekteur der Bundeswehr erlässt die "Weisung für die Ausbildung der deutschen Streitkräfte im beigetretenen teil Deutschland"
01.09.1990 Einberufung von Grundwehrdienstleistenden an der Flottenschule.
06.09.1990 Schreiben des Ministers an die Angehörigen der NVA über die Maßnahmen zur Wiedervereinigung entsprechend des Einigungsvertrages für das Personal der NVA.
[Hier ein Auszug aus dem Schreiben].
bis 15.09.1990 Nachvereidigung, für die am 20.07.1990 nicht anwesende. Die Berufssoldaten, die beide Termine nicht wahrgenommen haben drohte die sofortige Entlassung.
17.09.1990 bis 28.09.1990 Vorlaufausbildung von "Schlüsselpersonal" Ost an der Lehreinrichtung der Bundeswehr (in NVA Uniform).
An der Marineschule Mürwik je ein Offizier der Flottenschule und des MHG-18, an der Unteroffiziersschule Plön von der Flottenschule ein Fähnrich/Berufsunteroffizier.
17.09.1990 bis 02.10.1990 Vorausbildung des Ausbildungspersonal Ost für die Durchführung der Grundausbildung durch acht Soldaten der Bundeswehr in der Flottenschule. Der Ausbildungsplan wurde durch das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr am 17.08.1990 erlassen. Grundlage der Ausbildung bildet der Befehl 87/90 vom 03.09.1990 des Chefs der Volksmarine.
20.09.1990 Der Organisationsbefehl für die Kommandeursgruppen/Aufstellungskommandos und Unterstützungsgruppen im Bereich der ehemaligen Volksmarine ist durch die Bundeswehr erstellt wurden.
26.09.1990 Fü M IV 1 erarbeiten die "Vorläufigen und längerfristigen Organisationsstrukturen der Marine im Bereich der ehemaligen NVA/VM". So sollte
  • eine Schule mit einer Sanitätsstaffel in Stralsund-Schwedenschanze ab ca. 1995 aufgebaut werden,
  • das MFG 7 mit Transport und SAR Aufgaben in Parow zeitweilig bis Dezember 1991 bestehen und
  • eine SAR Außenstelle in Laage ab 1994 entstehen,
  • Standort Parow war für die weitere Nutzung nicht vorgesehen.
27.09.1990 Der letzte Flugtag des MHG-18 mit zwei großen Verbandsflügen in Geschwaderstärke über dem Kommando der Volksmarine in Rostock-Gehlsdorf und beim Marinefliegergeschwader 28 in Laage.
30.09.1990 Alle Berufssoldaten über dem 55.Lebensjahr sowie alle ehemaligen Politoffiziere und Offiziere für staatsbürgerliche Arbeit werden aus der NVA entlassen.
Alle weibliche Armeeangehörigen, außer Sanitätsdienst und Musikerinnen, wurden entlassen und gleichzeitig die Übernahme in ein ziviles Beschäftigungsverhältnis innerhalb der NVA angeboten. [Hier dazu das Titelblatt der Zeitschrift „Trend“]
Ab 24:00 Uhr wurden keine Nachrichtenverschlüsslung mit SAS und Chiffriergeräte sowjetischer Produktion durchgeführt. Diese Geräte wurden bis zum 31.10.1990 in Niederlehme für die gesamte NVA zentralisiert und am 21.10.1990 sowie am 14.11.1990 an die sowjetische Armee übergeben.

 

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